© Sega/Double Fine

E3
06/09/2012

The Cave: Grottiges vom Monkey-Island Macher

Ron Gilbert, Schöpfer der Adventure-Klassiker Manic Mansion und Secret of the Monkey Island ist zurück. In Zusammenarbeit mit Double Fine Studios und Sega wird The Cave entwickelt: Ein Plattformer, der schrägen Humor mit traditionellen Spielideen kombiniert. Die futurezone hat ihn auf der E3 erkundet.

von Benjamin Sterbenz

Wenn man mit einer schrägen Wissenschaftlerin, einem tollpatschigen Ritter und einem sympathischen Dorftrottel eine sprechende Höhle erkunden muss, ist klar: Konventionen sind in Gefahr, gebrochen zu werden. Zumindest inhaltlich und grafisch wird man diesbezüglich nicht enttäuscht, da „The Cave" mit unzähligen Klischees spielt. Schon das Setting ist ein Verweis auf den Urvater des Adventure-Genres und die Geburtstunde der Computerspiele: Auch bei Advent aus 1976 muss man eine Höhle erkunden. Ron Gilbert, der Kopf hinter Manic Masion und Monkey Island, liefert nach längerer Pause nun wieder ein selbstreflexives Werk mit viel Augenzwinkern ab. Produziert wird es von Double Fine und Tim Schäfer, der hinter Psychonauts and Brutal Legend steckt.

Schräge Helden auf dem Weg der Selbstfindung
Es gilt eine sprechende Höhle zu erkunden, an dessen Ende die Sehnsüchte der Spielfiguren erfüllt werden soll. Welche drei Charaktere man dem Prozess der Selbstfindung unterwirft, entscheidet man selbst. Sieben Archetypen stehen zur Auswahl, jeder mit einer ganz speziellen Fähigkeit, die beim Lösen von Puzzles zum Tragen kommt: Dorftrottel (langer Atem), Wissenschaftlerin (Hacking), Abenteuerin (Schusshaken), Zeitreisender (Teleport),  Ritter (Schutzengel), Zwillinge (Geister) und Mönch (noch geheim).

The Cave Sega Double Fine

The Cave Sega Double Fine

The Cave Sega Double Fine

The Cave Sega Double Fine

The Cave Sega Double Fine

Im Teamwork Rätsel lösen
Ist ein Dreigespann gewählt, geht der stetige Abstieg los. Dabei läuft man im Platformer-Stil durch Level, die mit Hindernissen und Rätseln (Schätze, Drachen, Prinzessinnen inklusive) gespickt sind. Um diese zu überwinden, muss man die Fähigkeiten der Figuren bündeln. Der Klassiker The Lost Vikings lässt grüßen. Zwei Beispiele: Während zwei Charaktere einen Hebel ziehen, kann der Dritte durch eine Tür schlüpfen. Oder: Um einen Drachen zu beseitigen, muss einer eine Wurst finden und richtig positionieren, während einer Zweiter die Aufmerksamkeit des Monster auf sich lenkt, während der Dritte einen Kran bedient, der den Drachen schnappt.

Per Knopfdruck springt man zwischen den Charakteren hin und her. Alternativ können zwei weitere, menschliche Mitspieler die Parts übernehmen und kooperativ vorgehen. Im Laufe des Spiels kommentiert die sprechende Höhle das Fortkommen. Sie erweckt auch die Figuren wieder zum Leben, sollten sie in eine Falle tappen.

Humorvoll und traditionell
Je nach gewählten Charakteren sind die Lösungswege leicht abweichend, die grundlegende Rätsel sind aber gleich – was nach der Demo auf der E3 an der Wiederspielbarkeit zweifeln lässt. Da es sich um einen Download-Titel für Xbox360, PlayStation und PC handelt, der 2013 erscheint, scheint dies jedoch verkraftbar