Der Silvercrest Monsieur Cuisine Connect

© monsieur-cuisine.com

Produkte
06/19/2019

Thermomix-Klon von Lidl hat ein verstecktes Mikrofon eingebaut

Die Küchenmaschine Monsieur Cuisine Connect gefährdet durch eine mehrere Jahre alte Android-Version das heimische WLAN.

Wenn ein Hobby-Koch etwas auf sich hält, hat er einen smarten Thermomix in der Küche. Da diese über 1300 Euro kosten können, bleibt der KüchengeräteTrend oft nur den Besserverdienern vorbehalten. Das will Lidl mit seiner Eigenmarke Silvercrest ändern.

In Österreich wurde etwa der Thermomix-Klon Monsieur Cuisine Connect um 299 Euro angeboten, in Deutschland und anderen europäische Ländern um 359 Euro. Das Gerät war schnell vergriffen: Schließlich ist es nicht nur deutlich günstiger als das Original, sondern hat mit WLAN, Android und Touchscreen auch noch Smart-Funktionen an Bord, die dem echten Thermomix nachempfunden sind. Allerdings steckt der Teufel im Detail – oder in diesem Fall, versteckt im Inneren.

Verstecktes Mikrofon

Die französischen Bastler lexis Viguie und Adrien Albisetti haben sich die Küchenmaschine vorgenommen. Beim Zerlegen entdeckte sie ein verstecktes Mikrofon. An der Vorderseite deutete nur ein kleines Loch darauf hin. Das Mikrofon wird in der Gebrauchsanleitung nicht erwähnt und eine Sprachsteuerung beherrscht der Cuisine Connect auch nicht.

Gegenüber französischen Medien hat Lidl gesagt, dass das Mikrofon nicht aktiv sei. Viguie und Albisetti haben es allerdings ohne größere Probleme aktivieren können. Das liegt unter anderem auch daran, dass das Gerät als Software Android 6 verwendet, das mittlerweile vier Jahre alt ist. Der letzte Sicherheitspatch in der Software des Cuisine Connect stammt vom März 2017, ist also auch schon zwei Jahre alt.

Da das Gerät für die für die Rezeptfunktion mit dem WLAN verbunden werden kann, ist das gefährlich. Wie bei anderen Internet-of-Things-Geräten auch, sind schlecht gesicherte Produkte ein willkommenes Einfallstor für Cyberkriminelle. Mit der Küchenmaschine holt man sich also potenziell einen Mixer ins Haus, mit dem man aus der Ferne ausspioniert werden kann.

Die Bastler hatten auch keine Probleme, die Küchen-App des Cuisine Connect auszuhebeln, um das normale Android darauf zu nutzen. So konnten sie etwa Youtube am Display wiedergeben. Auch Doom lässt sich so auf dem Küchengerät spielen.