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08.05.2015

Warum Windows 10 das letzte Windows sein wird

Die Zukunft des Microsoft-Betriebssystems wird wohl „Windows as a Service“ heißen. An die Stelle von großen Versionssprüngen sollen permanente Aktualisierungen treten.

"Wir sind gerade dabei Windows 10 zu veröffentlichen. Und weil Windows 10 die letzte Version von Windows sein wird, arbeiten wir gerade alle an Windows 10", verkündete Microsoft-Mitarbeiter und Developer-Evangelist Jerry Nixon auf der Ignite Conference, wie The Verge berichtet.

Einerseits spielt Nixon darauf an, dass beim Launch von Windows 8.1 im Hintergrund bereits an der Entwicklung von Windows 10 gearbeitet wurde. Andererseits deutet Nixon damit an, dass sich bei der Weiterentwicklung von Windows wohl einiges radikal ändern wird. Die Zukunft wird wohl "Windows as a Service" heißen.

Die Idee von "Windows as a Service" ist nicht neu. Allerdings hat Microsoft noch nie wirklich erklärt, wie die Zukunft des Betriebssystems als kostenpflichtiger Dienst aussehen könnte.

Aufsplittung des Betriebssystems

Ein Teil dieser Strategie könnte die Aufteilung von Systemkomponenten sein, so wie es derzeit bei Windows 10 bereits angedeutet wird. Dabei könnte etwa das Startmenü unabhängig vom restlichen Betriebssystem aktualisiert und erneuert werden. Auf diese Weise kann der Technologiekonzern wesentlich schneller und effizienter reagieren und darüber hinaus auch dafür Sorge tragen, dass das Betriebssystem auf unterschiedlich Plattformen optimal läuft.

Einen weiteren Baustein der Update-Strategie hat Microsoft bereits selbst vorweggenommen, indem es das Aus für den Patch-Tuesday eingeläutet hat. Anstatt an einem bestimmten Tag alle angefallenen Patches zu verteilen, sollen die Updates in Zukunft kontinuierlich und vor allem wesentlicher schneller geliefert werden. Kritiker beklagen schon seit längerem, dass das Patchday-Modell heutzutage nicht mehr zeitgemäß ist, da Microsoft aus diesem Grund oft sehr spät auf neue Sicherheitslücken reagiert.

Laufend Updates liefern

Die Aussagen von Nixon wurden unterdessen von einem Microsoft-Sprecher gegenüber The Verge bestätigt: "Die jüngsten Kommentare auf der Ignite-Konferenz über Windows 10 sind repräsentativ für die Art wie wir Windows als Service anbieten wollen. Auf diese Weise werden wir unsere Privat- und Geschäftskunden laufend mit neuen Innovationen und Updates beliefern."

Über das künftige Branding des Microsoft-Betriebssystems will der Technologiekonzern aus Redmond derzeit noch nicht sprechen. "Aber die Kunden können sich sicher sein, dass Windows 10 immer up-to-date und die Grundlage von verschiedener Devices sein wird - von PCs und Smartphones über Surface Hub bis hin zur HoloLens und Xbox", so Microsoft.

Keine großen Sprünge mehr

Obwohl es noch unklar ist, wie Microsoft künftig mit Neuerungen bei ihrem Betriebssystem umgehen wird, klingt es wahrscheinlich, dass es keine großen Versionssprünge und keine großen Veröffentlichungen mehr geben wird. Stattdessen wird es wohl permanente Verbesserungen und Updates geben.

Ähnlich wie bei Googles Webbrowser Chrome, der ständig aktualisiert und erneuert wird und dabei niemand wirklich auf die Versionsnummern achtet. In vergleichbarer Weise könnten PCs und Notebooks in Zukunft vermutlich lediglich unter "Windows" laufen, wobei den Versionsnummern keine große Bedeutung mehr zukommt.