Produkte
04/29/2016

Windows 10 sperrt fremde Suchmaschinen und Browser aus

Microsofts Cortana kann ab sofort nur mehr mit Edge und Bing verwendet werden - Suchmaschinen und Browser von anderen Herstellern sind unerwünscht.

Microsofts persönliche Assistentin nutzt ab sofort ausschließlich die hauseigene Suchmaschine Bing sowie den Browser Edge. Das gab der US-Konzern in einem Blogeintrag bekannt. Die Änderung hat vor allem weitreichende Folgen für Windows-10-Nutzer. Die Suche, die sich in der Startleiste befindet, wird oftmals auch für die Recherche im Internet genutzt. Die Nutzer konnten bisher die Suchmaschine sowie den Browser wählen und somit auch Microsoft-Konkurrenten wie die Google-Suche oder den Firefox-Browser nutzen.

Bing soll besser werden

Diesen Schritt begründet Microsoft damit, dass Cortana von Haus aus für Bing und Edge konzipiert wurde und man so Fehlerquellen ausschließen wolle. Um eine Google-Suche zu starten oder um bestimmte Webseiten in einem anderen Browser als Edge öffnen zu können, muss also unter Windows 10 künftig der Browser vorher geöffnet werden. Microsoft verspricht aber durch die Verankerung von Edge und Bing Verbesserungen der Suchergebnisse. So würde eine Suche nach "Bluetooth funktioniert nicht" über Bing direkt ein Hilfe-Video anzeigen, das in anderen Suchmaschinen nicht zu finden wäre.

In Zukunft soll Cortana noch intelligenter werden und gewisse Aufgaben automatisiert durchführen. So könnte die Suche "Tickets für Rihanna Show kaufen" zu einer automatischen Suche nach den besten verfügbaren Karten führen, die auf Wunsch des Nutzers selbstständig von Cortana erworben werden. Auch Nachrichten sollen auf diesem Weg personalisiert werden. So wird durch die Suche "Erzähl mir das Neueste über die Wahlen" eine personalisierte Leseliste mit aktuellen Nachrichten zur US-Wahl erstellt.

Versuch, Marktanteil zu erhöhen

Für andere Programme kann weiterhin der Standard-Browser selbst gewählt werden. Eine Einstellung für die "Standard-Suchmaschine", wie Microsoft im Blogeintrag betont, gibt es hingegen nicht. Wie Search Engine Land anmerkt bietet Edge zwar theoretisch die Möglichkeit, den Suchmaschinenanbieter zu wechseln, tatsächlich ist man aber bei der Auswahl auf Bing beschränkt. Möchte man eine andere Suchmaschine hinzufügen, erhält man lediglich den Hinweis, dass man doch direkt auf die Webseite der Suchmaschine gehen möge.

Microsoft dürfte diesen Schritt wohl auch gesetzt haben, um die Position seiner Dienste zu stärken. Der Internet-Explorer-Nachfolger Edge legt dank Windows 10 ein starkes Wachstum hin, Microsofts Anteil am Browser-Markt (inklusive Internet Explorer) schrumpft aber weiterhin stetig. Und auch Bing ist trotz Windows 10 weiterhin abgeschlagener Zweiter. Laut NetMarketshare liegt man derzeit bei knapp 13 Prozent Marktanteil, Google dominiert mit 67 Prozent.