Science
03.07.2018

200.000 Lichtjahre: Milchstraße größer als bisher angenommen

© Bild: Getty Images / beijingstory/istockphoto

Ein Raumschiff mit Lichtgeschwindigkeit würde 200.000 Jahre brauchen, um die Galaxie zu queren.

Forscher haben herausgefunden, dass unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, größer ist als bisher gedacht, berichtet Space.com. Bei der Analyse der Verhältnisse schwerer Elemente in Sternen fanden Forscher außerhalb der bisher angenommenen Grenzen der Milchstraße Sonnen, deren Komposition sie als Mitglieder unserer Galaxie identifizieren. "Wir haben gezeigt, dass es eine nicht unerhebliche Zahl von Sternen mit höherer Metallizität, die charakteristisch für Sterne in der Scheibe ist, gibt, die außerhalb des bislang festgelegten Radius der Milchstraßenscheibe liegen", sagt Studiencoautor Carlos Allende vom Astrophysikinstitut auf den Kanarischen Inseln in einer Aussendung.

Vielleicht noch größer

Bisher waren Wissenschaftler von einem Milchstraßendurchmesser zwischen 100.000 und 160.000 Lichtjahren ausgegangen. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die Galaxie mit 200.000 Lichtjahren Durchmesser deutlich größer ist. Ein Lichtjahr entspricht ungefähr zehn Billionen Kilometern. Die neu entdeckten Sonnen liegen etwa dreimal weiter weg vom Zentrum der Milchstraße als unsere Sonne. Die Forscher glauben, dass künftige Untersuchungen noch weiter entfernte Sterne finden könnten, die zur Milchstraße gehören. Selbst im vierfachen Abstand unserer Sonne zum Zentrum könne es noch solche Ausreißer geben.

Die Forscher haben ihre Entdeckung mit Daten des "Apache Point Observatory Galactic Evolution"-Experiments und des "Large Sky Area Multi-Object Fiber Spectroscopic Telescope" gemacht. Aus den Spektraldaten der Sterne können die Forscher schließen, welche schweren Elemente sich in einem Stern befinden. Bei der Einschätzung von Galaxien haben Forscher sich schon früher geirrt. Kürzlich wurde bekannt, dass unsere Nachbargalaxie Andromeda ungefähr dieselbe Masse wie die Milchstraße hat. Davor war angenommen worden, dass sie deutlich massereicher sei.