Hungarian university hospitals conduct mass coronavirus testing

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© EPA / ZSOLT CZEGLEDI

Science
07/27/2020

21 bekannte Medikamente könnten bei Corona wirken

In einer neuen Studie haben Wissenschaftler das Potenzial bekannter Medikamente untersucht.

Die Entwicklung einer Therapie bzw. eines entsprechenden Medikaments bei Krankheiten dauert in der Regel Jahre. Beim neuartigen Coronavirus wählen viele Mediziner nun einen anderen Weg, der als “Repositioning” bezeichnet wird. Dabei werden bereits bekannte Medikamente auf ihre Wirksamkeit bei der neuartigen Krankheit untersucht. 

Ein Team an Wissenschaftlern des Non-Profit-Forschugnszentrums Sanford Burnham Prebys Medical Discovery Institute hat in einer neuen Studie nun 21 mögliche Medikamente identifiziert, die die Ausbreitung des Virus im menschlichen Körpers stoppen könnten. Hauptautor der Studie, die nun im Fachmagazin Nature veröffentlicht wurde, ist Sumit Chanda. 

Antivirale Aktivität

Die Wissenschaftler analysierten zahlreiche bekannte Medikamente auf ihre Fähigkeit, die Replikation von SARS-CoV-2-Viren zu blockieren. Insgesamt wurden über 100 Moleküle mit bestätigter antiviraler Aktivität identifiziert. 

Bei 21 Arzneimitteln wurde festgestellt, dass sie in Dosierungen wirksam sind, die bei Patienten sicher erreicht werden konnten. Außerdem berichten die Forscher, dass vier dieser Verbindungen synergistisch mit Remdesivir wirken, einer aktuellen Standardbehandlung für COVID-19. Auch Remdesivir wurde eigentlich für die Behandlung von Ebola entwickelt.

Waffen gegen die Pandemie

„Remdesivir hat sich als erfolgreich erwiesen, um die Zeit der Patienten im Krankenhaus zu verkürzen, aber das Medikament wirkt nicht bei jedem, der es erhält. Das ist nicht gut genug“, sagt Chanda. Mit der Studie wolle man der wissenschaftlichen Gemeinschaft ein “größeres Arsenal potenzieller Waffen bieten, die dazu beitragen können, die anhaltende globale Pandemie in den Griff zu bekommen”, so Chanda.

Die Forscher testen derzeit alle 21 Medikamente in Kleintiermodellen und "Mini-Lungen" bzw. Lungenorganoiden, die menschliches Gewebe imitieren. Wenn sich dabei Erfolge einstellen, wird sich das Team an die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) wenden, um die Genehmigung für entsprechende klinische Studien zu bekommen, in denen die Arzneimittel zur Behandlung für COVID-19 weiter erforscht werden.