Science
28.12.2017

Angreifer können Festplatten mit Schallwellen abschalten

Die Auswirkungen eines Schall-Angriffs auf den Rekorder einer Überwachungskamera: Aufzeichnung und Wiedergabe sind nicht mehr mö… © Bild: Shahrad et al.

US-Forscher haben nachgewiesen, dass PCs, Überwachungs-Kameras und Bankomaten mit gezielten Schall-Angriffen überlistet werden können.

Mit Schallwellen kann man offenbar die Aufzeichnung von Videokameras verhindern, die Protokollierung von Angriffen auf Bankomaten stoppen oder Computer zum Abstürzen bringen. Das haben Forscher der US-Universitäten Princeton und Purdue in einer neuen Studie nachgewiesen, berichtet Bleeping Computer.

Vibrationen

Akustische Angriffe bedienen sich Vibrationen. Bei bestimmten Frequenzen werden die Resonanzeffekte auf Festplatten so stark, dass diese automatisch abgeschaltet werden. Der Vorgang ist notwendig, um eine Berührung des Schreib- und Lesekopfes mit den Speicherplatten (Head-Crash) zu verhindern.

Die US-Forscher haben mehrere Testreihen durchgeführt und Frequenzen, Distanzen und Angriffswinkel auf Festplatten variiert. In den meisten Fällen ist unmittelbare Nähe zum angegriffenen Gerät notwendig. Die Forscher merken allerdings an, dass die Distanzen mit entsprechender Schallstärke vergrößert werden können.

Besserer Schutz notwendig

Je länger eine akustische Attacke andauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Fehler in einer Festplatte hervorzurufen. Ein einfacher Neustart reicht dann nicht mehr aus, um das Gerät wieder funktionstüchtig zu machen.

Als Folge aus ihren Ergebnissen ziehen die Forscher die Notwendigkeit, kritische Computer-Infrastruktur mit HDDs besser gegen akustische Angriffe zu schützen. Wie Gizmodo anmerkt, könnte man HDDs allerdings in manchen Fällen auch durch SSDs ohne bewegliche Teile und die Gefahr eines Head-Crash ersetzen.