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© NASA / JPL-Caltech

Science
06/03/2020

Astronomen beobachten zum ersten Mal wie ein Stern “hochfährt”

Zum ersten Mal hat ein Forscherteam den gesamten 12-tägigen Prozess eines seltenen Phänomens beobachten können.

Einem Forscherteam ist es gelungen, einen Pulsar bei seiner Überleitung in einen gigantischen Ausbruch zu beobachten. Ein Pulsar ist ein schnell rotierender Neutronenstern, der beim Aussaugen seines Begleitsterns enorm viel Energie freisetzt. Genau genommen ist diese Energie laut CNET Tausende Male stärker als jene der Sonne. Die Studie wurde unlängst in einer virtuellen Konferenz der American Astronomical Society präsentiert.

Der Neutronenstern nennt sich SAX J1808.4-3658 und ist ungefähr 11.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Er schafft 401 Rotationen pro Sekunde, was auf der Erde eine unglaubliche Kraft bedeutet. Würde ein Mensch seine Hände zusammenfalten und sie mit dem Material des Neutronensterns füllen, würde er das Gewicht von etwa fünf Mount Everests tragen, beschreibt Adelle Goodwin von der Monash University. Die gewaltigsten Gravitationsfelder des Universums können von Neutronensternen erzeugt werden.

12 Tage

Bislang haben Forscher lediglich den hellen Ausbruch beobachtet. Goodwin spricht dabei auch von einem „Hochfahren“ des Sterns. In ihrem Fall wurde der gesamte Weg eines anwachsenden Pulsars bis hin zu seinem Ausbruch beobachtet. Grundsätzlich saugen Pulsare aufgrund ihrer enormen Gravitation das Material ihrer Begleitsterne über Monate und sogar Jahre ab. Hat der Neutronenstern genug Material angenommen, erhitzt er sich. Das führt zu einem gigantischen Ausbruch. Goodwin spricht auch von einem "Hochfahren" des Sterns.

„Dieser Hochfahr-Prozess hat länger gedauert, als es die Theorie nahelegen“, sagt Goodwin. Insgesamt 12 Tage. In der Theorie spreche man lediglich von zwei bis drei Tagen. Dieser große Zeitunterschied könnte laut dem Forscherteam rund um Goodwin damit zusammenhängen, dass die Scheibe aus Staub und Gas rund um Sax aus mehr Helium besteht als üblich. 

7 Teleskope

Die Forscher haben SAX mithilfe von 7 unterschiedlichen Teleskopen beobachtet. Zum Einsatz kam unter anderem auch der NASA Swift X-ray Observatory. Zwar ist solch ein Phänomen äußerst selten, doch aufgrund einer Analyse von SAX wussten die Forscher bereits im Vorfeld, mit welchen Instrumenten, die unterschiedliche Wellenlängen des Lichts messen, bereitstehen sollten.

Die Studie wird am kommenden Freitag im Journal Monthly Notices of the Royal Astronomical veröffentlicht.

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