Science
03.10.2018

Astronomen entdecken neuen Zwergplaneten

Astronomen haben am Dienstag die Entdeckung eines neuen Kleinplaneten bestätigt. 2015 TG387, Spitzname „Kobold“, ist eine Eiskugel am Rande des Sonnensystems.

Der Zwerplanet hat einen Durchmesser von rund 300 Kilometer und bewegt sich am Rande des Sonnensystems, teilte ein Astronomenteam rund rum Scott Sheppard von der Carnegie Institution of Science am Dienstag mit. Erstmals gesichtet wurde der Zwergplanet, dem die offizielle Bezeichnung 2015 TG387 und der Spitzname „ Goblin“ („Kobold“) zugewiesen wurde, bereits im Oktober 2015 vom Subaru Teleskop in Hawai.

Suche nach Planet Neun

Die Astronomen entdeckten den Zwerplaneten bei der Suche nach dem hypothetischen Planet Neun, der im äußeren Sonnensystem vermutet wird. Planet Neun wurde bislang nicht direkt gesichtet, Astronomen gehen aber davon aus, dass sich der neu entdeckte Zwergplanet im Gravitationseinfluss eines gigantisches Objektes befindet. Die Bahn des Zwerplaneten sei jedenfalls mit der Existenz von Planet Neun vereinbar, sagte der Astronom Scott Sheppard, der den Kleinplaneten gemeinsam mit einem Team entdeckte.

Extrem langgestreckte Umlaufbahn

Bei dem „Kobold“ dürfte es sich im Wesentlichen um eine Eiskugel handeln, die sich sehr langsam in einem extrem langgestreckten Orbit bewegt. Der Abstand zur Sonne beträgt an seinem sonnennächsten Punkt 65 Astronomische Einheiten (AE) und zieht sich dann weit in die Tiefen des Weltalls, sodass lediglich ein Prozent seines Orbits von der Erde aus sichtbar sind. Um die Sonne zu umrunden benötigt der Kleinplanet laut den Astronomen etwa 40.000 Jahre.

Astronomen gehen davon aus, dass sich Tausende vergleichbare Objekte in den äußeren Bereichen des Sonnensystems befinden, heißt es bei Spektrum.de. Aufgrund ihrer extrem lang gestreckten Umlaufbahnen und nur kurzen Phasen der Annäherung an die Sonne seien sie aber kaum zu entdecken.