Fire season in Russia's eastern Siberia

© EPA / NASA EOSDIS/LANCE and GIBS/Worldview HANDOUT

Science
08/10/2020

Brände in Sibirien: Dichter Rauch besorgt Forscher

Die seit Wochen in Sibirien wütenden Waldbrände sind dieses Jahr außergewöhnlich.

Videos zeigen eine dicke Rauchschicht über der Region in Sibirien, in der schwere Waldbrände wüten. Sibirien hatte in den vergangenen Wochen mit einer ungewöhnlichen Hitzewelle zu kämpfen gehabt. So waren in der Stadt Werchojansk in Jakutien, die als einer der kältesten bewohnten Orte der Welt gilt, am 20. Juni 38 Grad gemessen worden. Das ist nach Einschätzung der Weltwetterorganisation ein Rekord für die Messstation.

FILE PHOTO: An aerial view shows the Taiga wood burning near Boguchany in Russia

Schon im Juni gab es Hitzerekorde und das Feuer breitete sich aus. Doch jetzt im August haben die Waldbrände eine ähnliche Intensität erreicht wie zuletzt 2019, so ein Forscher beim EU-Copernicus-Atmosphere-Monitoring-Projekt. Je später im Jahr die Brände und je intensiver, desto problematischer, warnt Jessica McCarty, eine Feuerforscherin am Geografieinstitut der Miami University laut Mashable.

Die Dichte der Rauchschwaden sei vergleichbar mit den Rauchschwaden bei Buschbränden in westlichen Bundesländern der USA. Das Problem: Je mehr Rauch, desto mehr Kohlendioxid-Emissionen gibt es in der Atmosphäre. Wenn mehr Feuer über eine lange Zeit über Grund und Boden hinwegfegen, treten mehr Treibhausgase in die Atmosphäre ein und tragen dazu weiter zur Hitzeentwicklung der Erde bei.

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Gefährlich für Menschen

Diesen August würden laut McCarty sehr viel Grasflächen und Torflandschaften abbrennen. Das ist besonders schädlich fürs Klima, weil Torflandschaften mit Moor sondern noch mehr Methangase in die Luft ab und das ist noch schädlicher für die Umwelt. Das Feuer in den Griff zu bekommen, ist in solchen Gegenden außerdem schwierig, so die Forscher.

„Für die Menschen in der Gegend ist das grauslich. Alles riecht nach Rauch“, sagt McCarty. Die Stadt Jakutsk in Sibirien warnte bereits vor giftigem Rauch. Nordwind treibe den Qualm der Feuer in die knapp 270.000 Einwohner große Stadt, teilten die Behörden mit. Jakutsk liegt etwa 4800 Kilometer östlich von Moskau. Bereits bei den verheerenden Bränden im vergangenen Jahr litten Menschen in vielen sibirischen Städten wochenlang unter giftigem Rauch. Vor allem ältere Bewohner wurden dadurch krank. Die Forstbehörden zählten 58 Brände auf einer Fläche von insgesamt mehr als 70.000 Hektar, die derzeit gelöscht würden.

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