Science 20.05.2018

China schickt Satellit zur Rückseite des Mondes

© Bild: AP / Ng Han Guan

Der Satellit Queqiao soll eine Rover-Landemission auf der erdabgewandten Seite des Mondes ermöglichen.

Noch heuer will China erstmals mit einer Landefähre und einem Rover auf der fernen Seite des Mondes landen. Eine wichtige Voraussetzung für die Mission Chang'e 4 ist die Platzierung eines Satelliten, der Kommunikationssignale zur Erde weiterleiten kann. Dieser Satellit nennt sich Queqiao und wird am Montag von China gestartet, berichtet XinhuaNet. Ziel von Queqiao ist der Lagrange-Punkt 2, rund 60.000 Kilometer "hinter" dem Mond. In dieser Zone sind die Schwerkraftfelder von Erde und Mond ausgeglichen.

Wissenschaft

Wie Space.com berichtet, wird Queqiao auch ein wissenschaftliches Instrument an Bord haben. Mit diesem wird nach besonders langwellige Frequenzen aus den Frühzeiten des Universums gesucht. Außerdem soll damit der Sonnenwind in der Umgebung des Mondes untersucht werden. Begleitet wird Queqiao von zwei kleineren Satelliten namens Longjiang-1 und Longjiang-2, die ihrerseits radioastronomische Experimente durchführen sollen.

Mondsüchtig

Das chinesische Raumfahrtprogramm hat bereits eine Reihe von Erfolgen bei der Erforschung des Mondes zu verbuchen. 2013 wurde im Rahmen der Mission Chang'e 3 ein Rover auf der erdzugewandten Seite des Mondes abgesetzt. 2014 testete China eine Kapsel für eine Bodenproben-Mission zum Mond. Diese Mission - Chang'e 5 - soll 2019 stattfinden. Dabei werden von einem unbemannten Raumschiff Bodenproben vom Mond zur Erde zurückgebracht. Nach 2030 will China auch eigene Raumfahrer (Taikonauten) auf den Mond bringen.

( futurezone ) Erstellt am 20.05.2018