Team of surgeons operating on patient in hospital

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Science
06/01/2020

Coronavirus erhöht Sterberisiko nach Operationen stark

Wer sich einer OP unterziehen muss, sollte keine Corona-Infektion haben. Auch Routineeingriffe können gefährlich werden.

Wer mit dem Coronavirus infiziert ist, sollte - wenn möglich - nicht operiert werden. Denn eine Infektion erhöht das Sterberisiko von Patienten nach der Operation stark. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Studie des Forschungsnetzwerks CovidSurg Collaborative im Fachmagazin "The Lancet". So betrug die Sterblichkeit von Corona-Infizierten in den ersten 30 Tagen nach einer OP 23,8 Prozent. Die Mortalität war in allen untersuchten Untergruppen erhöht, von schwereren Notfalleingriffen bis kleineren Operationen, aber auch bei geplanten Routineeingriffen.

Auch Routineeingriffe werden gefährlich

"Normalerweise erwarten wir, dass die Sterblichkeitsrate von Patienten, die sich einer elektiven Operation unterziehen, unter einem Prozent liegt", sagt der Tübinger Mitautor der Studie, Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Allgemeine, Viszeral- und Transplantationschirurgie. "Diese Studie zeigt nun aber, dass die Sterblichkeitsrate bei Patienten, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind, selbst bei Routineoperationen ganz wesentlich erhöht ist." Sie betrug in dieser Gruppe den Angaben zufolge fast 19 Prozent.

Für ihre Studie haben Forscher Daten von 1128 Patienten aus 235 Krankenhäusern in 24 Ländern untersucht. Das waren vor allem Krankenhäuser in Europa, aber auch in Afrika, Asien und Nordamerika. Vor planbaren Eingriffen sollte aufgrund der Erkenntnissen eine Infektion mit Sars-CoV-2 möglichst ausgeschlossen werden, urteilen die Forscher.