ARGENTINA-VIRUS-HEALTH-ABORTION

© APA/AFP/JUAN MABROMATA / JUAN MABROMATA

Science
05/29/2020

Forscher: Masken sollten auch zuhause getragen werden

Eine Ansteckung bei Personen, die im selben Haushalt leben, könne so wirksam verhindert werden, wie die Untersuchung zeigt.

Eine neue Studie hat ergeben, dass das Tragen von Masken zuhause das Risiko für eine Übertragung des Coronavirus deutlich reduzieren kann. Die Forscher aus China, den USA und Australien haben die Untersuchung mit 335 Personen aus 124 Familien in Peking durchgeführt. Alle Personen haben mit jemandem zusammengelebt, der mit dem neuartigen Coronavirus infiziert war. 

Die Forscher konzentrierten sich speziell auf Fälle, in denen das Virus in engen Kontaktsituationen wie beim Essen am Tisch oder beim Fernsehen übertragen wurde, noch bevor die infizierte Person Symptome zeigte. 

Übertragung verhindert

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass das Tragen einer Gesichtsmaske im Haushalt die Übertragung von Covid-19 zwischen einer infizierten Person und anderen Familienmitgliedern in 79 Prozent der Fälle wirksam verhinderte. Veröffentlicht wurde die Untersuchung in der Fachzeitschrift BMJ Global Health, wie CNN berichtet

Bemerkenswert ist, dass die Schutzwirkung nur dann eintrat, wenn die Maske schon vor Auftreten der Symptome getragen wurde. Ab dem Moment, wo die erkrankte Person Symptome zeigte, machte die Maske kaum noch einen Unterschied. 

Insgesamt raten die Autoren der Studie zu einer “universellen Verwendung von Gesichtsmasken nicht nur im öffentlichen Raum, sondern auch zuhause”, wie sie schreiben.

Desinfektionsmittel

Ebenfalls wirksam war der Einsatz von Desinfektionsmitteln wie Chlor oder solchen auf Ethanol-Basis. Die Übertragung im Haushalt war dadurch um 77 Prozent weniger wahrscheinlich. 

Besonders schnell überträgt sich das Virus außerdem, sobald der Erkrankte Durchfall hat. Ab diesem Punkt vervierfacht sich die Chance für andere Haushaltsmitglieder, ebenfalls zu erkranken. 

Kritik

Die Studie sorgte jedoch auch für Kritik. So erhoben die Forscher die Daten mittels Telefoninterviews. Auch verzichteten sie laut eigenen Angaben darauf, den detaillierten Einsatz von Desinfektionsmitteln zu erfragen. 

Antonio Lazzarino vom University College London warnt davor, aus den Ergebnissen offizielle Empfehlungen abzuleiten. „Diese Studie ist keine robuste Wissenschaft, da sie in der Konzeption und in der statistischen Analyse mehrere Einschränkungen aufweist”, so der Wissenschaftler in einem Statement.

So kritisiert er, dass die Befragungen auf Familien- und nicht auf Individualebene durchgeführt wurden. Auch würde nicht zwischen verschiedenen Arten von Masken unterschieden werden.

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