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Raumfahrt

ESA startet mit Suche nach Leben auf dem Mars

Forscher der Europäischen Raumfahrtagentur ESA und des russisches Partners Roskosmos wollen der Frage nachgehen, ob es auf dem Mars Leben gibt oder jemals gab. Zu diesem Zweck wird 2018 ein Rover zum Roten Platen aufbrechen. Die erste Mission zur Vorbereitung startet bereits am Montag (14. März). An diesem Tag wird vom russischen Kosmodrom Baikonur der Forschungssatelliten TGO und das Testlandemodul „Schiaparelli“ aufbrechen.

Das mehrere Milliarden teure Projekt soll ein Zeichen der Zusammenarbeit in einer von politischen Krisen überschatteten Zeit setzen. Angesichts der Spannungen zwischen Ost und West wegen der Konflikte in der Ukraine und Syrien will die Weltraumforschung Brücken bauen.

The ExoMars 2016 spacecraft composite, comprised of the Trace Gas Orbiter and Schiaparelli, mated with the Breeze upper stage on the launch vehicle adapter, is seen prior to encapsulation within the launcher fairing at the Baikonur cosmodrome, Kazakhstan, in this handout photo released by European Space Agency (ESA) on March 2, 2016. REUTERS/Boris Bethge/ESA/Handout via Reuters ATTENTION EDITORS - THIS PICTURE WAS PROVIDED BY A THIRD PARTY. REUTERS IS UNABLE TO INDEPENDENTLY VERIFY THE AUTHENTICITY, CONTENT, LOCATION OR DATE OF THIS IMAGE. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. THIS PICTURE IS DISTRIBUTED EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. NO RESALES. NO ARCHIVE.

Methan als Hinweis auf Leben

Die Forscher suchen in erster Linie nach sehr einfachen Lebensformen. Ein Hinweis darauf könnt etwa Methan sein, das in der Marsatmosphäre vermutet wird. Dieses Gas könnte von lebenden Organismen abgegeben worden sein.

Der Wissenschaftssatellit TGO hat eine Schlüsselrolle im ExoMars-Projekt. Bis mindestens 2022 soll er um den Roten Planeten kreisen und die Zusammensetzung der Atmosphäre erforschen und so genauere Erkenntnisse über die Methanvorkommen liefern. Die Forscher erhoffen sich bis zu dreimal genauere Ergebnisse als bei früheren Missionen.

Eis

Zudem befindet sich unter anderem ein Neutronendetektor auf dem TGO. Damit wollen die Forscher eine Karte von Eis unter der Marsoberfläche in einer Tiefe von bis zu einem Meter erstellen. Überdies soll der geplante ExoMars-Rover über den TGO den Kontakt zur Erde halten. Auch für Projekte anderer Raumfahrtagenturen könne der Satellit bei Bedarf für die Kommunikation genutzt werden, heißt es bei der ESA.

An Bord ist außerdem das Modul Schiaparelli, das eine Landung auf dem Mars testen soll. Die 600 Kilogramm schwere Sonde soll ESA und Roskosmos Erfahrungen mit den Bedingungen auf dem Mars vermitteln. „Schiaparelli“ hat nur eine geplante Lebensdauer von wenigen Tagen.

Hoffnung auf Leben dennoch gering

Allzuviel Hoffnung sollten sich die Wissenschaftler bei der Suche nach Leben jedoch nicht machen, zumindest ist das die Einschätzung von Experten. In der bisherigen Marsforschung wurden zwar mehrfach Spuren von Wasser auf dem Roten Planeten nachgewiesen, aber keine Hinweise auf aktuelles Leben. Selbst wenn der ExoMars-Rover Indizien für organische Moleküle finden würde, müssten die Proben für eine präzise Analyse auf die Erde gebracht werden.

Auch eine Bestätigung von Methangas in der Atmosphäre wäre noch kein Beweis für Leben. Zwar entsteht Methan auf der Erde oft biologisch, aber auch andere Ursachen wie chemisch-geologische Reaktionen sind möglich. Experten halten letzteres auf dem Mars für wahrscheinlich.

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