Science
03.12.2016

Europa beteiligt sich bis 2024 an der Raumstation ISS

Der Großteil der ESA-Finanzwünsche genehmigt, das Programm zur Asteroiden-Abwehr nicht finanziert. Österreich zahlt 204 Millionen Euro ein.

Europa behält seinen Platz im Außenposten der Menschheit: Die europäische Raumfahrtagentur ESA verlängert ihre Beteiligung an der Internationalen Raumstation ISS. "Wir können jetzt bestätigen, dass wir bis 2024 gehen", sagte ESA-Chef Jan Wörner am Freitag nach einem Ministertreffen in Luzern (Schweiz).

Bisher waren die Europäer nur bis 2020 an Bord, die Hauptgeldgeber Russland und USA hatten ihr Engagement bereits früher um vier Jahre verlängert. Die Mitgliedstaaten sagten rund 960 Mio. Euro für die ISS zu.

Insgesamt stellten die beteiligten Länder der ESA 10,3 Mrd. Euro für Raumfahrtprogramme in den kommenden Jahren bereit und steckten damit Europas Kurs im All ab. "Das ist ein großer Betrag, der es uns erlaubt, wirklich voranzuschreiten", sagte Wörner. Die Agentur hatte Wünsche über 11 Mrd. Euro angemeldet. Österreich steuert in den nächsten fünf Jahren 91 Mio. Euro zum Wissenschafts- und Basisprogramm der ESA bei, gab Infrastrukturminister Jörg Leichtfried (SPÖ) bekannt.

Grünes Licht für ExoMars

Die 22 Mitgliedstaaten gaben auch grünes Licht für die zweite Phase der ExoMars-Mission, für die knapp 440 Millionen Euro zusätzlich gebraucht wurden. In dem europäisch-russischen Prestigeprojekt soll 2020 ein Rover auf dem Roten Planeten landen - zwei Jahre später als ursprünglich geplant, deshalb musste aufgestockt werden. Dem Mars-Auto gibt die Wiener Weltraumfirma RUAG Space Weitsicht: sie baut den High-Tech-Mast für die "Augen" des Rovers.

Ein Herzensprojekt von Direktor Wörner steht allerdings erstmal in den Sternen: Das Programm AIM, mit dem Technik zur Abwehr von Asteroiden entwickelt werden soll. Dafür seien keine ausreichenden Finanzzusagen gemacht worden, sagte Wörner, es kann deshalb nicht wie geplant starten. An dem Thema will die ESA trotzdem dranbleiben: Es gebe Geld im allgemeinen Forschungsprogramm, das für dieses Ziel genutzt werden könne - und einige Mitgliedstaaten hätten angedeutet, eventuell später Geld zur Verfügung zu stellen.

Die genannten Beträge sind zum Teil nur schwer zu vergleichen, weil die Programme unterschiedliche Laufzeiten haben. So sind 1,4 Milliarden Euro für Programme zur Erdbeobachtung bis 2025 vorgesehen. 1,6 Milliarden Euro stehen bis 2023 für das Trägerraketenprogramm bereit - für Zuschüsse zur Nutzung der Ariane-5-Rakete, den europäischen Weltraumbahnhof in Französisch-Guyana, aber auch für die Entwicklung neuer Technik. So soll ein wiederverwendbares Raumfahrzeug entwickelt werden, das für Experimente in der Schwerelosigkeit genutzt werden kann. Die ESA-Staaten siegelten auch Wörners grundsätzliche Strategie ab, die Zusammenarbeit mit privaten Raumfahrt-Akteuren weiter auszubauen.

Österreich investiert

Zusätzlich zum Budget für die Wissenschafts- und Basisprogramm investiert Österreich in den nächsten drei Jahren 113 Mio. Euro in die sogenannten Wahlprogramme der ESA. Laut Infrastrukturministerium werden damit die bisherigen Schwerpunkte fortgesetzt. Dazu zählen neben ExoMars die Programme für Erdbeobachtung und Satellitenkommunikation sowie Entwicklungen für neue Trägersysteme aus den Raketenserien Ariane und Vega.