Science
31.05.2017

Facebook-Daten zeigen, wer Drogen nimmt und trinkt

Die Polizei konnte auch 250 Abnehmer ausforschen © Bild: APA/DPA/DANIEL KARMANN

US-Forscher konnten durch die Analyse von Facebook-Postings, „Likes“ und Status-Updates ziemlich genau vorhersagen, wer zum Betäubungsmittelmissbrauch neigt.

Ob jemand Alkohol trinkt, Drogen nimmt oder Zigaretten raucht, kann durch sein Nutzungsverhalten auf Facebook festgestellt werden. Das legt das Ergebnis einer Untersuchung nahe, die von Forschern des Addiction Recovery Research Centers in Roanoke im US-Bundesstaat Virginia durchgeführt wurde und Mitte Mai unter dem Titel „Social Media-based Substance Use Prediction“ veröffentlicht wurde.

Wie netzpolitik.org berichtet, analysierten die Wissenschaftler mithilfe maschinellen Lernens Facebook-Postings, aber auch „Likes“ und Status-Updates von mehr als elf Millionen Facebook-Nutzern. Mit ihrer Untersuchung wollten die Forscher feststellen, ob sich der Missbrauch von Alkohol oder Drogen über das Verhalten in Online-Netzwerken vorhersagen lässt.

Hohe Genauigkeit

Die Ergebnisse sind beeindruckend. Der Drogenkonsum konnte mit einer Genauigkeit von 84 Prozent vorhergesagt werden, bei Alkohol waren es 81 Prozent und beim Zigarettenkonsum sogar 86 Prozent.

Wie aber funktioniert eine solche Analyse? Die Forscher identifizierten, wie die MIT Technologie Review ausführt, zunächst eine breite Palette an Schlagwörtern, die Vergleichsgruppen-Analysen zufolge von Leuten mit Alkohol- und Drogenproblemen verwendet werden. Als Beispiele werden „Fuck“ und „Shit“, aber „Blut“ oder „Schmerzen“, „Up“ und „Down“ oder „Sex“ und „horny“ genannt. Aber auch der Filmgeschmack floss in die Analyse mit ein. Der Film „V for Vendetta“ wurde etwa mit dem Konsum von Alkohol in Zusammenhang gebracht. Wenig überraschend ist hingegen, das Leute, die Trickfilme mögen, weniger wahrscheinlich zu Alkohl oder Drogen greifen.

Den Forschern ging es darum, Verhaltensstörungen aufgrund von Betäubungsmittelmissbrauch vorhersagen und vorbeugen zu können. Dass solche Datenanalysen auch zu anderen Zwecken genutzt werden können, liegt auf der Hand.

Dass sich Drogen- und Alkoholmissbrauch durch Social Media-Daten prognostizieren lässt, hatte bereits auch eine frühere Studie gezeigt. Die aktuelle Untersuchung weist im Vergleich dazu aber weit genauere Ergebnisse auf.