Gravitationswellen

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Science
02/15/2016

Forschen über Zukunft von Elementarteilchendetektoren

Für den Nachweis von Elementarteilchen, aus denen Materie aufgebaut ist, braucht es hochsensible Detektoren. Darüber tauschen sich jetzt 300 Experten in Wien aus.

Auch aus der medizinischen Diagnostik sind sie nicht mehr wegzudenken, und selbst der aktuelle Nachweis von Gravitationswellen wäre ohne spezielle Sensoren unmöglich gewesen. Im Rahmen einer Konferenz in Wien widmen sich ab Montag etwa 300 Experten der Zukunft von Hitech-Detektoren.

Gravitationswellen-Experten

„Wir besprechen in Wien Entwicklungen zu Teilchendetektoren für die Bereiche Kernphysik, Elementarteilchenphysik und Astrophysik. Offenbar hatten wir auch eine gute Nase, weil wir einen Kollegen des Virgo-Experiments eingeladen haben“, erklärte der österreichische Physiker und Leiter des Department für experimentelle Physik am europäischen Teilchenbeschleuniger CERN in Genf (Schweiz), Manfred Krammer, der APA.

Am französisch-italienischen Detektor „Virgo“ nahe Pisa macht man sich mit hochgerüsteter Technik nach einem aufwendigen Umbau bald wieder auf die Suche nach Gravitationswellen, deren spektakulärer erster direkter Nachweis Kollegen am Observatoriums LIGO in den USA kürzlich gelungen ist. „Der Kollege wird uns die Weiterentwicklung der Gravitationswellen-Detektoren erklären“, sagte Krammer.

Großes Thema

Auch abseits von Forschungseinrichtungen seien Teilchendetektoren momentan ein „Riesenthema, denn jedes medizinische Diagnosegerät enthält so einen Detektor - die ursprünglich alle für die Grundlagenforschung entwickelt wurden“.

Hier werde einmal mehr klar, wie wichtig solche Entwicklungen seien und wie unabsehbar manchmal Einsatzmöglichkeiten aus dem Bereich der Grundlagenwissenschaft sind, sagte der frühere stellvertretende Direktor des als Veranstalter für die bis Freitag laufende Konferenz fungierenden Instituts für Hochenergiephysik (HEPHY) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW).

Forschung aus Österreich

In Österreich arbeitet eine „kleine Community“ aus Forschungsinstituten wie dem HEPHY in Kooperation mit Unternehmen wie etwa Infineon in diesem Bereich. Die Konferenz mit ihren fast 300 Teilnehmern aus ungefähr 50 Ländern deckt drei große Themenfelder ab: Neben den medizinischen Anwendungen und der Optimierung bestehender Anlagen ist das laut Krammer auch „das Vordenken in Richtung möglicher neuer Beschleunigeranlagen die nach dem LHC (dem größten derzeit bestehenden Beschleuniger “Large Hadron Collider„, Anm.) kommen werden und wieder 'besondere Bedürfnisse' haben“.