epa03817047 (FILE) A National Aeronautics and Space Administration (NASA) handout photo made available 20 May 2009 and taken by an STS-125 crew member aboard the Space Shuttle Atlantis shows the Hubble Space Telescope as the two spacecraft continued their relative separation on 19 May 2009, after having been linked together for a time to complete a final servicing mission for the orbital observatory by sevral Shuttle crew spacewalks. NASA on 08 August 2013 reports that astronomers using NASA's Hubble Space Telescope have solved a 40-year mystery on the origin of the Magellanic Stream, a long ribbon of gas stretching nearly halfway around our Milky Way galaxy. A team of astronomers, led by Andrew J. Fox of the Space Telescope Science Institute in Baltimore, Md., USA, determined the source of the gas filament by using Hubble's Cosmic Origins Spectrograph to measure the amount of heavy elements, such as oxygen and sulfur, at six locations along the Magellanic Stream. They observed faraway quasars, the brilliant cores of active galaxies, that emit light that passes through the stream. They detected the heavy elements from the way the elements absorb ultraviolet light. EPA/NASA / HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY

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Wissenschaft
02/16/2016

Forscher analysieren erstmals Atmosphäre von Supererde

Der Planet "55 Cancri e" umkreist seine Sonne im Sternbild Krebs. In der Atmosphäre finden sich Wasserstoff und Helium.

Zum ersten Mal haben Astronomen nach eigenen Angaben verschiedene Gase in der Atmosphäre einer sogenannten Supererde identifiziert. Die Lufthülle des fernen Planeten enthalte Wasserstoff und Helium, aber kein Wasser, berichteten die Wissenschafter um Angelos Tsiaras vom University College London (UCL) im Fachblatt "The Astrophysical Journal". "Diese Ergebnisse liefern einen ersten Einblick in die Atmosphäre einer Supererde", betonte UCL-Professorin Giovanna Tinetti in einer Mitteilung ihrer Hochschule. Leben ist auf dem exotischen Exoplaneten nicht möglich.

Supererden gelten als häufigster Planetentyp in unserer Galaxie, der Milchstraße. Es handelt sich dabei um Planeten, die etwas mehr Masse haben und etwas größer sind als die Erde, aber längst nicht so groß und schwer wie die Gasriesen in unserem Sonnensystem. Die jetzt untersuchte Supererde trägt die Katalognummer 55 Cancri e und umkreist eine Sonne im Sternbild Krebs. Der Exoplanet hat etwa den doppelten Durchmesser und die achtfache Masse unserer Erde. Allerdings umrundet 55 Cancri e seinen Heimatstern so nah, dass ein Jahr dort nur 18 Stunden dauert. Auf der Planetenoberfläche wird es durch die Nähe zum Stern geschätzte 2.000 Grad Celsius heiß.

Weitere Ziele

Nicht nur durch die Hitze ist Leben auf dem Planeten nach unseren Maßstäben ausgeschlossen. Mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop gelang es dem Team jetzt, den chemischen Fingerabdruck der Atmosphärengase des Planeten zu analysieren. Neben Wasserstoff und Helium, die der Planet offensichtlich aus seiner Entstehungszeit behalten hat, fanden die Forscher dabei Spuren von Cyanwasserstoff (HCN), die allerdings durch weitere Untersuchungen noch bestätigt werden müssen. "Cyanwasserstoff oder Blausäure ist hochgiftig, also ist es vielleicht kein Planet, auf dem ich gerne leben würde", sagte UCL-Professor Jonathan Tennyson aus dem Team.

Die Supererde ist nicht der erste Planet eines anderen Sterns, bei dem die Atmosphäre analysiert wurde. Andere Forscher haben bei verschiedenen größeren Exoplaneten bereits Atmosphärenbestandteile identifiziert, darunter auch Wasser. Das "Hubble"-Teleskop hat nach UCL-Angaben bereits die Lufthüllen zweier anderer Supererden ins Visier genommen. Dabei hätten sich jedoch keine chemischen Bestandteile identifizieren lassen.