Science
12.07.2015

Google-Anzeigen fördern Gender Gap

Forscher fanden heraus, dass Frauen von Google bei der Suche in den Werbeanzeigen weit weniger Coachings für hoch dotierte Jobs angezeigt bekommen als Männer.

Wie wirkt sich das Surfverhalten der Nutzer auf die angezeigte Werbung aus? Das wollten Forscher der Universität Carnegie Mellon herausfinden. Sie haben dazu ein automatisiertes Test-System namens AdFisher geschaffen. Darin legten sie 17.370 männliche und weibliche Profile an, um damit Websites zu unterschiedlichen Themen zu besuchen. Die Profile waren dabei genau gleich, nur enthielten sie unterschiedliche Angaben zum Geschlecht.

Anzeigen für Führungspositionen

Wie „The Guardian“ berichtet, kam es bei der Studie zu gravierenden Unterschieden zwischen den beiden Geschlechtern. Weiblichen Profilen wurden laut dem Bericht nur 318 mal eine Anzeige für ein Coaching für Führungspositionen mit einem jährlichen Gehalt von 200.000 US-Dollar angezeigt, männlichen Profile bekamen die Anzeige hingegen 1852 mal zu Gesicht.

Google erklärt dies folgendermaßen: „Anzeigen-Kunden können sich ihre Zielgruppe, die sie erreichen wollen, selbst aussuchen. Wir haben lediglich Richtlinien, welche Arten von Anzeigen erlaubt sind.“

Gender Gap wird vergrößert

Für die Studien-Autoren ist klar: Durch derartiges Profiling würden männliche Kandidaten mehr Anreize präsentiert bekommen, sich für hochqualifizierte Jobs bewerben, als Frauen. „Das fördert das bestehende Gender Gap weiter. Sogar wenn die Entscheidung von den Werbekunden nur aus ökonomischen Gründen getroffen wurde, fördert es Diskriminierung“, so die Studienautoren.