Science
04.10.2017

Google Assistant denkt wie ein sechsjähriges Kind

Sie nennen sich künstliche Intelligenz, doch wie intelligent sind die digitalen Assistenten wirklich? Dem sind Forscher mithilfe eines IQ-Tests nachgegangen.

Natürlich geben IQ-Tests nur einen Richtwert für jene Eigenschaft, die unsereins als Intelligenz bezeichnet. Dabei ist der Begriff komplex. Zu „ Intelligenz“ zählen kombinatorische Fähigkeiten, abstraktes wie logisches Denken sowie zweckmäßiges Handeln – und das stellt lediglich eine Vereinfachung dar, die selbst unter Psychologen umstritten ist. Grundsätzlich bezieht sich Intelligenz auf das Meistern von Aufgaben und neuen Situationen unter Zuhilfenahme der eigenen Fähigkeiten. Klingt geschwollen, ist aber so.

Google-KI kommt bald in die Schule

Wie stellen sich denn aber nun Siri, Cortana und Co. darin an, Aufgaben und neue Situationen zu meistern? Gar nicht mal so schlecht, wie aus einer Studie der Forscher Feng Liu, Yong Shi und Ying Liu von 2016 hervorgeht. In der auf Menschen basierenden IQ-Skala erreicht die künstliche Intelligenz von Google, kommerziell im Google Assistant eingesetzt, einen beachtlichen Wert von 47,28 – das liegt knapp unter dem IQ eines unter identischen Bedingungen getesteten sechsjährigen Kindes.

Das erscheint zwar wenig, ist aber ein enormer Fortschritt. Denn 2014 bewerteten dieselben Forscher die Google-KI noch mit einem IQ von 26,5. In zwei Jahren hat sich also einiges getan, wenngleich auch der 2016 gemessene Wert bei einem erwachsenen Menschen auf geistige Beeinträchtigung schließen lassen würde.

Der Konkurrenz ist Google übrigens dennoch weitvoraus: Der IQ von Siri liegt gemäß der Studie nur bei 23,9 Punkten, rund die Hälfte des Assistant-IQs. Dazwischen siedelt sich mit einem IQ von 31,98 Microsofts Bing (respektive Cortana) an. Noch sind diese künstlichen Intelligenzen, Google eingeschlossen, also recht unselbstständig. Das dürfte Mahner wie Elon Musk beruhigen, aber nicht verstummen lassen, denn die Entwicklung schreitet offensichtlich zügig voran.

Wie gefährlich sind KIs?

In Hinblick auf die potentiellen Gefahren einer künstlichen Intelligenz schlagen die Forscher laut ZDNet zudem eine Modellierungsskala vor: Von Stufe 1, das jegliche Kommunikation mit Menschen ausschließt, bis hin zu Stufe 6, was jener allmächtigen Intelligenz entspricht, vor der Musk warnt.

Aktuelle Smart TVs würden in Stufe 2 landen, da diese zwar ausgewählte Informationen aufbereiten, aber nicht automatisch dazulernen können. In Stufe 3 tummeln sich gemäß der Forscher Smartphones und Computer, die programmiert und aufgerüstet werden können. Die vierte Stufe behalten sich anpassungsfähige KIs vor, also jene Software, an der unter anderem Google arbeitet. Weiter hat es bislang noch niemand geschafft.