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Science
09/22/2019

Google soll Quantenüberlegenheit erreicht haben

Ein Google Quantencomputer soll bei der Lösung einer Aufgabe herkömmliche Supercomputer in den Schatten gestellt haben.

Google soll einen Quantencomputer gebaut haben, der mächtiger ist, als die weltweit stärksten Supercomputer, berichtet die „Financial Times“ (Artikel kostenpflichtig). Laut der Zeitung hat Google vergangene Woche vorübergehend einen Forschungsbericht online veröffentlicht, in dem davon die Rede ist, dass der Quantencomputer eine Berechnung in etwas mehr als drei Minuten durchgeführt habe, für die der derzeit leistungsstärkste kommerzielle Computer der Welt, der IBM Summit, 10.000 Jahre brauchen würde.

Wendepunkt

Soweit man wisse, sei dies die erste Berechnung, die nur von einem Quantencomputer durchgeführt werden könne, heißt es laut der „Financial Times“ in dem Papier. Damit hätte Google die Quantenüberlegenheit oder „quantum supremacy“ erreicht. Mit dem Begriff  wird der Moment bezeichnet, in dem ein Quantencomputer bei der Ausführung einer Aufgabe herkömmliche Supercomputer übertrifft.

Der Forschungsbericht war nur kurze Zeit abrufbar und wurde mittlerweile wieder entfernt.Google wollte dazu keinen Kommentar abgeben.Der Internetkonzern hat seinen 72-qubit Quantencomputer Chip Bristlecone im März 2018 vorgestellt und sich bereits damals optimistisch gezeigt, dass damit die Quantenüberlegenheit erreicht werden könne.

Mehr als ein Zustand gleichzeitig

Während ein herkömmlicher Computer Informationen als Bits beschreibt, die einen von zwei Zuständen – 1 oder 0 – einnehmen können, nutzen Quantencomputer sogenannte Quantenbits (kurz Qubits). Diese Qubits machen sich verschiedene Effekte der Quantenphysik zunutze, um mehr als einen Zustand gleichzeitig einnehmen zu können.

Als vielversprechende Einsatzgebiete von Quantencomputern gelten Simulationen in der Physik und der Chemie, an denen herkömmliche Computer scheitern. Experten gehen davon aus, dass Quantencomputer auch bei industriellen Anwendungen und beim Verkehrsmanagement bereits innerhalb der nächsten Jahre Fortschritte liefern könnten.