Science
07.11.2013

Günstiger Roboterarm gewinnt James Dyson Award

Der Titan Arm, ein Roboterarm für 2.000 Dollar, konnte den Dyson-Award gewinnen. Auf dem zweiten Platz landeten ein Gips-Ersatz aus dem 3D-Drucker sowie eine Handprothese.

Ein Team von Maschinenbaustudenten der University of Pennsylvania hat mit dem Projekt "Titan Arm" den diesjährigen James Dyson Award gewonnen. Der Oberkörper-Roboterarm verstärkt die Armkraft um 20 Kilo und soll Patienten mit Rückenverletzungen bei der Rehabilitation helfen. Zudem soll es Personen, die bei ihrer Arbeit schwere Gegenstände heben müssen, unterstützen.

Der größte Vorteil des Titan Arm ist dessen Preis. Während herkömmliche Exo-Skelette mehr als 100.000 US-Dollar kosten, fiel bei der Herstellung des Titan Arm-Prototypes lediglich 2.000 US-Dollar an. Das Team hofft, das fertige Produkt für weniger als 10.000 US-Dollar anbieten zu können. Zudem überträgt der Arm die Bewegungsdaten an den Arzt weiter, der daraus eine Ferndiagnose erstellen kann. So sollen kostspielige Fahrten in das Krankenhaus vermieden werden.

Der Arm wurde innerhalb von acht Monaten entwickelt, das gewonnene Preisgeld von 45.000 US-Dollar soll nun in die Weiterentwicklung sowie die Vermarktung des Konzeptes investiert werden. Die weiterentwickelte Version des Arms soll mit Hilfe von 3D-Druck auf die Patienten zugeschnitten werden. Die Universität erhält zudem 16.000 US-Dollar für den Ausbau des Rapid Prototyping-Labors.
Der zweite Platz, der mit 16.000 Dollar dotiert ist, ging dieses Jahr an zwei Projekte. Das japanische Projekt Handie ist eine sehr günstige Handprothese, deren mechanische Bauteile nahezu komplett mit Hilfe eines 3D-Druckers gefertigt werden können. Zudem bedient es sich, um Kosten zu sparen, eines Smartphones zur Steuerung.
Projekt Cortex stammt aus Neuseeland und hat es sich zum Ziel gesetzt, den herkömmlichen Gipsverband durch ein 3D-gedrucktes Fixierverbandsystem zu ersetzen. Die offene Struktur würde es weiterhin erlauben ohne Probleme zu duschen oder in das Wasser zu gehen sowie, wenn es juckt, sich zu kratzen. Das System wird mit Hilfe eines 3D-Scans ideal auf die Bedürfnisse des Patienten angepasst.