Science
16.02.2013

"Können nichts gegen Meteoriten machen"

Ein Meteorit trifft auf Russland, ein Asteroid rast in Rekordnähe an der Erde vorbei - und beides am selben Tag. „Das passiert mit Sicherheit nur einmal im Leben“, sagte James Gleason, der an der Universität Michigan über Himmelskörper forscht.

Zwei aufsehenerregende Vorfälle mit Himmelskörpern an einem Tag - was für ein rarer Zufall ist das?
Gleason: „Kleine Stücke von Geröll aus dem All fallen jeden Tag auf die Erde. Aber der vorbeigeflogene Asteroid wäre wirklich eine Gefahr gewesen, wenn er mit der Erde zusammengestoßen wäre. Es handelt sich also vor allem um ein zufälliges Zusammentreffen von Größe: Ein ziemlich großes Objekt fliegt an der Erde vorbei und ein ziemlich großes Objekt explodiert über Sibirien, ohne Zusammenhang zufällig am selben Tag. Der Vorfall in Sibirien ist eigentlich alleine schon selten genug. Aber beides am selben Tag, das passiert mit Sicherheit nur einmal im Leben, das ist wirklich ein einmaliger Zufall.“

Müssen uns solche Vorfälle Angst machen?
Gleason: „Nein. Das ist ein natürliches Phänomen und wir können momentan auch nichts dagegen machen. Aber grundsätzlich stellen sie eine Gefahr da. Bis jetzt gibt es noch kein Objekt, für das sicher vorhergesagt wird, dass es in unserer Lebenszeit die Erde treffen und unserer Zivilisation ein Ende bereiten könnte. Aber das existierende Beobachtungssystem ist relativ neu und auch das Bewusstsein, dass diese Objekte eine Gefahr darstellen können, ist relativ neu. Die Geschichte unserer biologischen Entwicklung auf der Erde wurde von Asteroiden-Einschlägen stark beeinflusst und wird es in Zukunft sicher wieder werden.“

Warum war der Meteorit über Sibirien vorher nicht bekannt? Und was kann getan werden, um die Vorhersagen zu verbessern?
Gleason: „Er war schlicht zu klein, um von dem globalen Beobachtungssystem gesehen zu werden. Die Anzahl der Himmelskörper wird immer größer, je kleiner sie sind, deswegen muss man irgendwo einen Punkt machen. Man kann nicht alles beobachten und die Teleskope halten hauptsächlich nach Objekten Ausschau, die 50 Meter und größer sind, weil deren Aufprall in bewohnten Gegenden wirklich schlimme Folgen haben könnte. Kleinere Objekte kommen ohne Ankündigung. Aber vielleicht können die Überreste des Meteorits aus Sibirien viele offene Fragen beantworten.“

Wenn ein größerer Asteroid wie „2012 DA14“ auf die Erde zusteuern würde - wie könnte ein Zusammenstoß verhindert werden?
Gleason: „Im Moment gibt es da keine Möglichkeit. Aber viele Menschen machen sich dazu kreative Gedanken. Das wichtigste ist Zeit: Je früher wir von der Gefahr wissen, desto größer ist die Chance, dass wir die Bahn des Objekts verändern können, so dass es die Erde verpasst. Dafür könnten zum Beispiel Raketen geschickt werden.

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