Science 29.05.2018

Künstliche Intelligenz erkennt Hautkrebs besser als Ärzte

© Bild: Getty Images / kali9/IStockphoto.com

Ein spezialisiertes neurales Netzwerk erzielt eine Trefferquote von 95 Prozent bei der Diagnose von Hautkrebs. Ärzte schneiden schlechter ab.

Ein Computer hat in einer Studie zuverlässiger Hautkrebs diagnostiziert als Dermatologen. Die meisten Hautärzte seien von dem künstlichen neuralen Netzwerk (CNN - nicht zu verwechseln mit dem US-Fernsehsender) übertroffen worden, lautet das am Dienstag in der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlichte Ergebnis der Untersuchung.

"Höhere Sensibilität als Hautärzte"

Das CNN habe weniger Fälle schwarzen Hautkrebses übersehen und besitze daher eine "höhere Sensibilität als die Hautärzte", erklärte der Hauptautor der Studie, Holger Hänßle von der Universität Heidelberg. Die Forschergruppe aus Deutschland, den USA und Frankreich brachte der Künstlichen Intelligenz (KI) mithilfe von mehr als 100.000 Bildern bei, gefährliche Melanome von gutartigen Muttermalen zu unterscheiden. Anschließend wurde der Computer im Vergleich mit 58 Dermatologen aus 17 Ländern getestet. Im Durchschnitt erkannten die Ärzte anhand von Fotografien 86,6 Prozent der Hautkrebsfälle, das CNN 95 Prozent.

Weniger unnötige Operationen

Zudem habe die KI weniger häufig gutartige Leberflecke als Krebs identifiziert, teilte Hänßle mit. "Das würde zu weniger unnötigen Operationen führen." Die Ärzte schnitten laut Studie besser ab, wenn sie mehr Informationen über die Patienten bekamen. Die Forscher gehen davon aus, dass KI ein nützliches Werkzeug für eine schnellere, einfachere Diagnose von Hautkrebs sein könnte. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass ein Computer Ärzte komplett ersetzen werde.

Nach Angaben der Wissenschafter werden jedes Jahr weltweit etwa 232.000 neue Fälle schwarzen Hautkrebses diagnostiziert. 55.000 Menschen sterben demnach jährlich an der Hauterkrankung.

( Agenturen ) Erstellt am 29.05.2018