Das Pechtropfenexperiment
Dieses kuriose Laborexperiment läuft seit 100 Jahren
1927 hat der Physiker Thomas Parnell erwärmtes Pech in einen verschlossenen Trichter gegossen. Er ließ dem Material 3 Jahre Zeit, sich zu setzen. 1930 öffnete er den Trichter und das Pech begann zu fließen - ganz, ganz langsam. Es dauerte 8 Jahre, bis der erste Tropfen fiel.
Seit fast hundert Jahren läuft das Pechtropfenexperiment nun an der australischen Universität von Queensland in Brisbane. Dabei wird das Tropfverhalten eines extrem zähflüssigen Materials beobachtet.
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Erst 8 Tropfen gefallen
Insgesamt sind bislang 8 Pechtropfen gefallen. Die weiteren Tropfen sind in den Jahren 1947, 1954, 1962, 1970, 1979, 1988, 2000 und 2014 gefallen. Die Unterschiede in den zeitlichen Abständen sind mit der Installation der Klimaanlage zu erklären.
Parnell beobachtete das Experiment bis 1961, konnte aber selbst nie einen Tropfen fallen sehen. Nach seinem Tod übernahm John Mainstone. Bis zu seinem Ableben 2013 war es ihm ebenso nicht vergönnt, das Fallen eines Tropfens zu beobachten.
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John Mainstone im Jahr 1990 nachdem er den Tropfen bereits 29 Jahre beobachtet hatte.
© John Mainstone, University of Queensland
Der Webcam-Fail
Bis 2014 konnte überhaupt niemand sehen, wie ein Pechtropfen fiel. In den 1990er Jahren wurde sogar eine Webcam installiert, um den Fortschritt des Experiments festzuhalten. Doch als der Tropfen am 28. November 2000 gefallen ist, war die Webcam offline.
2014 konnte die Kamera schließlich das Fallen des Tropfens aufzeichnen. Als der Tropfen aber den Boden berührte blieb das zähflüssige Pech noch immer mit dem Trichter verbunden und löste sich nicht vollständig. Wie sich das Material in den 3 Jahren vor dem Fallen des Tropfens verhalten hat, ist in einem Zeitraffervideo zu sehen.
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Das Experiment im Livestream
Der Trichter steht noch immer in einem Labor der Universität von Queensland. Es gibt auch einen Livestream von dem Experiment. Würde am unteren Bildschirmrand nicht der Sekundenzeiger einer Uhr laufen, könnte man das Bild auch für ein Standbild halten.
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Ähnliches Experiment in Dublin
Am Trinity College in Dublin läuft seit 1944 ein ähnliches Experiment, bei dem ebenso die Viskosität im Mittelpunkt steht. Dort wurde 2013 das Fallen eines Tropfens gefilmt. Allerdings wurden die Umstände scharf kritisiert, weil offenbar der Trichter beim Fallen des Tropfens nach oben bewegt wurde.
"Nicht zu vergleichen"
"Der Tropfen zeigt einen seitlichen Schlag und das hat zum Reißen geführt. Es ist unmöglich, dies mit dem gewöhnlichen vertikalen Fallen eines Tropfens zu vergleichen, der den Zustand erreicht hat, bei dem er sich der Schwerkraft nicht mehr widersetzen kann", sagte etwa der Pechtropfenwächter Mainstone 2013 in einem Interview mit Zeit Online.
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