Science
16.07.2015

Meilenstein für Kernfusionsexperiment „Wendelstein 7-X“

Der Betrieb der deutschen Fusionsanlage „Wendelstein 7-X“ rückt in greifbare Nähe: Nach Tests der Magnete wurde erstmals ein Magnetfeld im Fusionsexperiment aufgebaut.

Forscher haben einen wichtigen Meilenstein bei der Inbetriebnahme des KernfusionsexperimentsWendelstein 7-X“ erreicht: Erstmals konnten sie ein Magnetfeld in der Fusionsanlage im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald aufbauen. Der magnetische Käfig für das viele Millionen Grad heiße Fusionsplasma habe die von den Physikern berechnete Gestalt, sagte der zuständige IPP-Bereichsleiter Thomas Sunn Pedersen am Donnerstag. Mit dem Nachweis sogenannter geschlossener Flussflächen im Magnetfeld sei die Voraussetzung für den Betrieb bestätigt worden.

Noch in diesem Jahr soll in der 725 Tonnen schweren Anlage, deren Inbetriebnahme sich immer wieder verzögert hatte, das erste Plasma erzeugt werden. Die wissenschaftliche Gemeinschaft der Fusionsforscher feierte die erfolgreichen Magnetfeldtests. Glückwünsche kamen unter anderem aus Princeton (USA), Lausanne (Schweiz), Cadarache (Frankreich), Großbritannien oder Spanien.

In Kernfusionskraftwerken soll später - so die Erwartung der Forscher - analog zu den Prozessen auf der Sonne durch die Verschmelzung von Atomkernen Energie klima- und umweltfreundlich erzeugt werden. Wann die Technik kraftwerksreif sein wird, ist bislang offen. „Wendelstein 7-X“ ist nach Institutsangaben nach Fertigstellung die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator, der im Dauerbetrieb laufen kann. Die Anlage soll noch keine Energie erzeugen, aber die Kraftwerkseignung untersuchen. Im französischen Cadarache entsteht mit Iter die erste Demonstrationsanlage vom Typ Tokamak, der im Gegensatz zu einem Stellarator „gepulst“ betrieben wird - er muss zwischenzeitlich immer wieder neu gestartet werden.