Der Mini-Schrittmacher im inneren eines Herzens.

© nanostim

Science
10/15/2013

Mini-Herzschrittmacher kommt ohne Operationen aus

Ein neuartiger Herzschrittmacher kann intravenös eingesetzt werden und kommt daher ohne invasive Chirurgie aus. Das Gerät wurde soeben für europäische Patienten zugelassen.

Entwickelt wurde der Mini-Schrittmacher vom US-Start-up Nanostim, wie die BBC berichtet. Das Unternehmen ist soeben vom Konkurrenten St. Jude Medical Inc. gekauft worden, wie Bloomberg schreibt.

Der stiftförmige Herzschrittmacher ist nur etwas länger als der Durchmesser einer Ein-Euro-Münze und besitzt damit nur etwa ein Zehntel der Größe bisheriger Geräte. Die Neuentwicklung kann mit einem Katheter über die Oberschenkelvene direkt im Herz untergebracht werden. Das dauert lediglich eine halbe Stunde. Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen müssen Patienten nicht mehr aufgeschnitten werden.

Weniger Risiko

Derzeit muss für einen Schrittmacher eine künstliche Tasche im Körper geformt werden, die sich leicht entzündet. Das neue Gerät hat zudem keine äußere Verdrahtung, die bisher immer eine Fehlerquelle darstellte. Die eingebaute Batterie der Nanostim-Entwicklung soll neun bis 13 Jahre lang halten.

Der Schrittmacher hat soeben die Freigabe für die Verwendung in der Europäischen Union erhalten. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat den Schrittmacher bisher noch nicht freigegeben. Europäische Ärzte zeigen sich gegenüber der BBC zuversichtlich, wollen aber noch Erfahrungen mit der neuen Technologie sammeln, bevor sie von einer medizinischen Revolution sprechen.