Science
30.09.2017

Mit Handy und Helmkamera Radwege sicherer machen

Mithilfe von Daten die Radfahrer sammeln, können Radwege verbessert und der Straßenverkehr sicherer gemacht werden.

Wer oft mit dem Rad unterwegs ist, kennt vielleicht das Gefühl, dass bestimmte Radwege und Radrouten von Personen konzipiert wurden, die keine Radfahrer sind. Bei vielen engen Kurven und unübersichtlichen Stellen kommt es regelmäßig zu gefährlichen Situationen zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern.

Ein Projekt will Radwege nun für alle Beteiligten besser und auch sicherer gestalten. Eingesetzt werden dazu Smartphones und Actioncams. 24 Radfahrer wurden damit ausgestattet und eine Woche durch Salzburg und Wien geschickt. Gefahren wurden dabei die Alltagswege der Testpersonen sowie eine standardisierte Testroute. Auf dem Handy wurde eine eigens entwickelte App installiert, die per GPS die Wege und Beschleunigung der Radfahrer aufzeichnet. Gleichzeitig erfasst die GoPro-Helmkamera Videos, um auch optisch zu erfassen, wo es gefährliche Situationen gibt.

Datenaufzeichnung

“Bei Bikealyze ist es darum gegangen, verschiedene Methoden der Datenaufzeichnung zu kombinieren”, so Sven Leitinger von Salzburg Research im Gespräch mit der futurezone. Der Umfang des Experiments war aber noch zu gering, um konkrete bauliche Veränderungen anzuregen. Man wollte das Potenzial des Systems aufzeigen, die Methodik testen und anhand von Feldtests feststellen, was mit dieser Technik möglich wäre.

Mithilfe der Technik können laut den Forschern wichtige Hinweise hinsichtlich Sicherheit sowie auch Komfort des Radfahrens gewonnen werden. “Anhand des Unebenheitenindex sieht man etwa, wo es Schlaglöcher gibt und der Untergrund rau ist”, sagt Leitinger: “Auf Basis dieser Daten könnten etwa Stadtplaner entscheiden, wo Straßen mit schlechtem Untergrund saniert werden”.

Obwohl aus den bislang gewonnenen Daten noch keine großflächigen Optimierungen der Radwege abgeleitet werden können, könnte das in Zukunft durchaus passieren. “Es besteht Interesse, eine breiter angelegte Studie zu machen”, erklärt Leitinger.

Mobile Eye Tracking

Überprüft wurde außerdem auf einer Teststrecke auch Mobile Eye Tracking. Laut Leitinger sei die Technologie aber noch zu jung, um sie in einem größeren Umfang einzusetzen. Auch der Umstand, dass die verfügbare Hardware eher für andere Bereiche konzipiert sei, komme erschwerend hinzu. So ist Eye Tracking vorwiegend bei der Software-Entwicklung mit verkabelten Geräten im Einsatz. Am Fahrrad sei das relativ schwierig. “Es ist Potenzial da”, zeigt sich Leitinger überzeugt.

Das Projekt wurde im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“ vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) gefördert. Partner von Salzburg Research waren Factum, PlanSinn, Prisma solutions und der Fachbereich Geoinformatik der Universität Salzburg.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer entgeltlichen Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit).