Science
29.10.2018

Neuartige Faser trägt 160 Elefanten oder einen Weltraumaufzug

Chinesische Forscher haben eine Faser entwickelt, die einen Lift ins All erlauben könnte.

Die neue Faser besteht aus Kohlenstoffnanoröhrchen und ist extrem belastbar. Ein Kubikzentimeter der Faser wiegt nur 1,6 Gramm, könnte aber 160 Elefanten tragen, ohne zu reißen. Das entspricht einem Gewicht von etwa 800 Tonnen, wie die South China Morning Post berichtet. Laut den Forschern ist die neue Faser belastbarer als alle anderen Kohlenstoff-Nanoröhrenmaterialien, die bisher entwickelt wurden. Die Wissenschaftler haben ihre Entdeckung patentieren lassen und ihre Arbeit in der renommierten Fachzeitschrift "Nature Nanotechnology veröffentlicht.

Die Zugfestigkeit des Materials soll neun bis 45 Mal höher sein als bei vergleichbaren Werkstoffen. Das könnte sogar ausreichen, um den von Forschern und Science-Fiction-Autoren lange gehegten Traum vom Weltraumaufzug zu erfüllen. Dafür fehlte bislang unter anderem ein Material, aus dem sich ein Seil herstellen lässt, das lang und robust genug ist. Die NASA sagt, dass eine Zugfestigkeit von mindestens sieben Gigapascal notwendig wäre. Die chinesischen Forscher sagen, ihr Material schaffe 80 Gigapascal.

Das Seil für einen Weltraumaufzug müsste über 30.000 Kilometer lang sein. Ob sich das mit dem neuen Material realisieren ließe, ist noch unklar. Die Forscher wollen Berechnungen und Simulationen durchführen, um diese Frage zu klären. Das Material kann aber auch anderweitig eingesetzt werden, zum Beispiel um neuartige, mechanische Stromspeicher zu entwickeln. Diese würden Energie in Schwungrädern speichern, die aus Masse am Ende von Fasern bestehen. Die Festigkeit des Materials würde enorme Drehzahlen erlauben. Die theoretische Energiedichte läge beim vierzigfachen eines heutigen Lithium-Akkus.