Science
03.10.2016

Neue Technologie gibt Akkus 500 Jahre Lebenszeit

Durch beschichte Nanodrähte könnten Akkus zukünftig über 200.000 Ladezyklen mitmachen, ohne an Leistung zu verlieren. Entdeckt wurde dies zufällig.

Mya Le Thai, eine Doktorandin an der Universität von Kalifornien, hat eine Entdeckung gemacht, die Akkus revolutionieren könnte. Durch einen glücklichen Zufall hat sie beim Herumexperimentieren im Labor eine Methode gefunden, mit der die Lebensdauer von Akkus auf mehrere hundert Jahre erhöht werden könnte.

Die Entdeckung basiert auf der Nutzung von Nanodrähten. An Nanodrähten im Akkubereich wird schon seit einer Weile geforscht, da diese sehr leitfähig sind und eine hohe Oberfläche zum Speichern von Elektrolyten aufweisen. Allerdings sind sie zu fragil für einen Einsatz in kommerziellen Produkten.

Gold und Gel

Beim Experimentieren hat Thai die Gold-Nanodrähte mit Mangandioxid beschichtet und dann in ein Plexiglas-ähnliches Elektrolyte-Gel gesteckt. Die Konstruktion hielt innerhalb von drei Monaten über 200.000 Ladezyklen stand, ohne Leistungsverlust. Ein Smartphone oder Notebook mit einem Akku mit der von Thai entdeckten Technologie könnte demnach über 500 Jahre ohne Leistungsverlust genutzt werden, wenn jeden Tag ein kompletter Ladezyklus durchlaufen wird.

Ein Ladezyklus beschreibt den Vorgang des Entladens der vollen Batterie und danach das komplette Laden. Je nach Hersteller und Produkt wird angegeben, dass ein typischer Lithium-Ionen-Akku 300 bis 1000 Ladezyklen schafft und dabei bis zu 80 Prozent Leistung behält. So sind es etwa bei Apple beim iPhone 500 Zyklen, beim MacBook 1000.

Smartphone und Raumfahrt

Laut der Presseaussendung der Universität von Kalifornien könnte dies der Durchbruch sein, um die Lebensdauer von kommerziellen Akkus für Smartphones, Computer, Elektroautos und Raumfahrt dramatisch zu erhöhen.

Da auch der Austausch eines leistungsschwach gewordenen Akkus nicht mehr notwendig ist, könnte zudem die Menge an Elektromüll reduziert werden.