Science
07.06.2018

New-Horizons-Sonde für nächste Misson aufgeweckt

Die NASA-Sonde wurde aus ihrem Tiefschlaf erweckt, um sich auf den Anflug auf "Ultima Thule" vorzubereiten.

Seit New Horizons 2015 am Pluto vorbeigeflogen ist, hat sie die meiste Zeit im Energiesparmodus verbracht. Nur die absolut notwendigen Systeme bleiben in dieser Konfiguration online. Seit April 2017 wurde die Sonde nur zweimal kurz hochgefahren. Jetzt hat die NASA ihr Raumschiff aber dauerhaft aus dem Schlaf geholt. New Horizons bewegt sich derzeit etwa sechs Milliarden Kilometer von der Erde entfernt auf das transneptunische Objekt (486958) 2014 MU69 zu, dem die NASA den Spitznamen "Ultima Thule" gegeben hat. An diesem Brocken aus Stein und Eis wird die Sonde zwar erst Anfang 2019 vorbeifliegen, die Vorbereitungen benötigen aber viel Zeit.

Komplexe Mission

Der Befehl zum Aufwachen wurde am 4. Juni an New Horizons gesendet, die Bestätigung kam am 5. Juni zurück. In den kommenden zweieinhalb Monaten werden die Forscher Wartungsarbeiten an New Horizons durchführen. Dabei werden Systemtests durchgeführt und neue Software installiert. Auch Sensordaten, die während der Energiesparphase gesammelt wurden, werden heruntergeladen. Am 13. August wird die Eigenrotation der Sonde, die sie stabiler auf Kurs hält, beendet. Einige Wochen darauf wollen die Forscher versuchen, erste Bilder von Ultima Thule aus großer Entfernung aufzunehmen.

Danach beginnt der Anflug auf das Objekt. Die Forscher werden dann die benötigten Befehle an New Horizons schicken. Da Ultima Thule nur einen Durchmesser von etwa 35 Kilometer hat, wird das eine große Herausforderung, auch weil das Objekt extrem Dunkel ist und sich vor dem hellen Hintergrund der Sterne bewegt. Ein Funksignal braucht derzeit ungefähr 12 Stunden zu New Horizons und wieder zurück. Das sind schon drei Stunden mehr als bei Pluto. Die letzten Befehle vor dem Vorbeiflug an Ultima Thule sollen am 22. Dezember auf die Reise geschickt werden.