vier Nicotiana benthamiana in Töpfen

Die Forscher modizifierten die Tabak-Art Nicotiana benthamiana (Symbolbild).

© Chandres Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0,
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Science

Diese Pflanze produziert 5 verschiedene Psychedelika

Auf der ganzen Welt werden Pflanzen mit psychedelischer Wirkung traditionell in Ritualen oder zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. So waren Psilocin- und Psilocybin-haltige Pilze zentraler Teil von aztekischen Zeremonien. Bei der indigenen Bevölkerung im Norden Mexikos wurde das Sekret der Sonora-Wüstenkröte wegen zweier psychoaktiver Bestandteile zeremoniell geraucht. Und der halluzinogene Pflanzensud Ayahuasca aus dem Amazonasgebiet erfreut sich heute bei sinnsuchenden Reisenden großer Beliebtheit.

Ein Forschungsteam vom Weizmann Institute of Science in Israel hat nun eine Tabakpflanze so modifiziert, dass sie diese 5 Psychedelika produziert. Das soll ihre Anwendung im therapeutischen Setting möglich machen. Die Studie erschien Anfang der Woche in Science Advances.

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Tabakpflanze als Wirt

Psilocin, Psilocybin, DMT, Bufotenin und 5-Methoxy-DMT über traditionelle Kanäle – d. h. Pilze, Kröten und wilde Pflanzen – zu gewinnen, sei mit ökologischen und ethischen Bedenken verbunden, so die Forscherinnen und Forscher. Eine synthetische Herstellung sei zwar möglich, aber oftmals aufwendig und kompliziert. Erst wenn die Substanzen in größerem Maßstab hergestellt werden können, können ihre Wirkungen besser erforscht und sie ggf. bei psychischen Erkrankungen eingesetzt werden.

Daher versuchten die Forscherinnen und Forscher, die Stoffwechselvorgänge nachzuvollziehen über die die entsprechenden Stoffe in der Natur gebildet werden. Es gelang ihnen, diese innerhalb einer Pflanze der Gattung Nicotiana benthamiana nachzubauen. Diese Tabakart, die in Australien heimisch ist, wächst schnell und ist als Wirt bereits etabliert.

Blaupause für weitere Substanzen

Die Konzentration an DMT sei in der gezüchteten Pflanze zwar niedriger als in der Sonora-Wüstenkröte, in deren Sekret die Substanz natürlich vorkommt. Diese ist aber zunehmend vom Verlust ihres Lebensraums bedroht, weshalb die Pflanze trotzdem eine Alternative sein kann.

 Sonora-Wüstenkröte

Das Sekret der Sonora-Wüstenkröte ist psychoaktiv.

Die Psilocybin-Menge, die ihre Tabakpflanze produziert, sei dagegen ähnlich hoch wie die in den Pilzen. Insgesamt biete ihre Methode eine Blaupause zur Herstellung mehrerer Psychedelika, die sich strukturell und funktionell unterscheiden, so die Forscherinnen und Forscher.

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