Wertvolle Fresken in der Sixtinischen Kapelle sollen künftig mit 3D-Brillen bewundert werden können
© Wikimedia, CC BY SA 3.0, Antoine Taveneaux

Technologie

Radar soll Sixtinische Kapelle schützen

Hoch entwickelte Technologie stellt sich in den Dienst der Kunst. Die Vatikanischen Museen haben ein Abkommen mit dem italienischen Forschungsinstitut ENEA für den Einsatz eines Radarsystems abgeschlossen, das die Gemälde der Sixtinischen Kapelle stets unter Kontrolle halten soll. „Damit werden wir stets den Erhaltungszustand der Gemälde kontrollieren können. Es handelt sich um die innovativste Technologie zum Schutz von Kunstwerken“, betonte ENEA-Sprecher Giovanni Lelli. Dabei soll auf Lasertechnologien zurückgegriffen werden, die zur Kontrolle des Zustands der Strukturen im Inneren von Kernkraftwerken dienen.

ENEA und die vatikanischen Museen wollen für die Entwicklung und die Umsetzung neuer Restaurierungsmethoden und Systemen zum Schutz der Gemälde im Fall von Erdbeben zusammenarbeiten, teilte der Direktor der vatikanischen Museen, Antonio Paolucci. Weiters wird ENEA Informatiktechnologien zur Verfügung stellen, die den Besuchern der Vatikanischen Museen dienen sollen. Gesorgt wird auch für eine bessere Beleuchtung der Meisterwerke Michelangelos. 7.000 LED-Lichter werden die Gemälde beleuchten.

Risikofaktor Besucher-Atem

Fünf Millionen Menschen besichtigen jährlich die Säle mit den Fresken von Michelangelo und Botticelli, und die Zahl ist steigend. Staub sowie die von Körperwärme und Atem der Besucher generierte Feuchtigkeit sind eine ernsthafte Gefahr für die Gemälde, warnte kürzlich Paolucci. Zwar sorge ein Filtersystem für reine Luft und konstante Temperatur in der Kapelle, wegen der Überlastung sei diese Anlage jedoch unzulänglich geworden.

Die Sixtinische Kapelle wurde für das Jubiläumsjahr 2000 über einen Zeitraum von 20 Jahren restauriert. Experten sprachen von der umfangreichsten und spektakulärsten Restaurierung der Kunstgeschichte. Die Fresken von Sandro Botticelli, Domenico Ghirlandaio, Cosimo Rosselli und Pietro Perugino sowie das „Jüngste Gericht“ und die „Schöpfungsgeschichte“ von Michelangelo wurden von Schmutz und Verunstaltungen aus 500 Jahren befreit und die Farben in penibler Kleinarbeit wieder zum Leuchten gebracht.

Hat dir der Artikel gefallen? Jetzt teilen!

Kommentare