Science
22.03.2018

Roboterfisch schwimmt in 18 Meter Tiefe

Um die Unterwasserwelt besser studieren zu können, haben Forscher einen realistisch aussehenden Roboterfisch entwickelt.

Die Erforschung der Meere zählt ungeachtet der technologischen Errungenschaften weiterhin zu den größten Herausforderungen der Wissenschaft. Mit einem täuschend echt aussehenden Roboterfisch namens "SoFi", der sich wie seine tierischen Artgenossen fortbewegen kann, will das MIT seinen Beitrag leisten, um die Unterwasserwelt besser zu erforschen. Durch sein "natürliches" Aussehen und Verhalten will man verhindern, dass die zu beobachtenden Fische und Meeressäuger gestört werden bzw. ihr Verhalten anpassen. Der nun mit einem Video präsentierte Prototyp kann bis zu 18 Meter tief schwimmen.

Der Roboterfisch kann selbstständig nach vorne, oben und unten schwimmen und wie ein echter Fisch auch umdrehen. Er besteht aus einer 3D-gedruckten weichen Plastiklegierung, was die Kosten für die Produktion erheblich senken soll. Neben dem eingebauten Akku, der zumindest 40 Minuten Betriebsdauer verspricht, ist der Fisch mit einer im Kopf verbauten Kamera ausgestattet. Eine Besonderheit ist die Schwanzflosse, die durch das Aus- und Einströmen von Wasser in zwei im Fisch verbauten Hohlräumen bewegt wird. Diese Hohlräume werden auch verwendet, damit der Fisch absinken und aufsteigen kann.

Steuerung über Audiosignale

Für die Steuerung des Fisches haben sich die Forscher ebenfalls ein interessantes Konzept überlegt. Nachdem Funksignale wie WLAN oder Bluetooth unter Wasser maximal wenige Meter funktionieren, setzen die Wissenschaftler auf Audiosignale, die unter Wasser eine hohe Reichweite aufweisen. Dabei handelt es sich um hochfrequente Signale, die für Menschen nicht hörbar sind, vom Roboterfisch aber empfangen und verstanden werden. Die manuelle Steuerung erfolgt über eine adaptierte SNES-Steuerung, die Unterwasser-fest gemacht wurde.

Mit ganzen Schwärmen solcher Fische hoffen die Forscher in Zukunft neben Riff-Beobachtungen auch die Geburt von Walen beobachten zu können, worüber weiterhin praktisch nichts bekannt ist. Noch ungelöst ist die Herausforderung, Videomaterial in Echtzeit zu streamen. Das funktioniert derzeit nur, wenn ein Taucher sich in der Nähe des Roboterfischs befindet.