Digital Life
13.12.2017

Roboter verscheucht Obdachlose von Gehsteig

Eine Tierschutz-Organisation ist in den USA unter heftige Kritik geraten, weil sie einen fahrenden Roboter einsetzt, der den Gehsteig vor ihrem Büro frei hält.

In San Francisco zählen Obdachlose wie in keiner anderen US-amerikanischen Stadt zum Stadtbild. Dass ausgerechnet eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die sich für den Tierschutz einsetzt, einen Roboter vor ihrem Büro patrouillieren lässt, damit Obdachlose ihren Schlafplatz dort nicht aufschlagen können, sorgt daher für besondere Empörung.

Billiger Stundenlohn

Der als fahrender Sicherheitsroboter vermarktete "Knightscope" könnte der Organisation "Society for the Prevention of Cruelty to Animals" (SPCA) aber teuer zu stehen kommen. Die Stadtbehörden drohten eine Strafe von 1000 Dollar pro Tag an, sollte der Roboter weiterhin im öffentlichen Raum betrieben werden. Das Anmieten des Roboters kostet sieben Dollar pro Stunde und ist somit um drei Dollar billiger als der Mindestlohn in Kalifornien - ein weiterer Kritikpunkt, für den sich SPCA rechtfertigen muss.

Die Organisation hat die Berichte zurückgewiesen, man setze den Roboter ein, um Obdachlose zu vertreiben. Vielmehr sei es nur eine Sicherheitsmaßnahme gewesen, um Mitarbeiter und Besucher besser zu schützen. Es habe weniger Autoeinbrüche gegeben und die Sicherheit und die Qualität der Umgebung habe sich durch den patroullierenden Roboter verbessert, lautete die Stellungnahme von SPCA.

Immer wieder Ärger

Der besagte Roboter sorgt immer wieder für Probleme und kuriose Zwischenfälle. Im Juli 2017 stürzte sich ein Knightscope-Roboter aufgrund von fehlerhaften Sensoren in den Brunnen eines Einkaufszentrums. Bei einem andern Vorfall im Jahr zuvor fuhr der Roboter ein Kind um, das dadurch leichte Verletzungen forttrug. Schlagzeilen machte der Roboter auch, als ein Modell von einem betrunkenen Mann auf einem Parkplatz "verprügelt" und umgestoßen wurde.