Raumfahrt
10/09/2011

Russland will mit Raumflügen mehr Geld machen

Künftig soll stärker auf kommerzielle Projekte gesetzt werden

Weniger bemannte Raumfahrt, mehr kommerzielle Projekte: Russland möchte künftig mehr Geld an seinen Flügen ins All verdienen. Obwohl das Riesenreich jährlich 40 Prozent aller Raketenstarts organisiere, halte das Land nur drei Prozent am Weltmarkt für Dienstleistungen im All. Das sagte der Chef der Raumfahrtbehörde Roskosmos, Wladimir Popowkin, in einer Rede in der Moskauer Staatsduma. Russland wolle zum Beispiel mehr Satelliten ins All befördern, sagte Popowkin nach Angaben der Zeitung „Kommersant“. Experten kritisieren seit Jahren ein Missmanagement innerhalb der staatlichen Behörde.

Nach dem Aus der US-Shuttles können Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS derzeit nur mit russischer Technik erfolgen. Diese Mission bleibe wichtig, unterstrich Popowkin.

Trägerrakte Rus-M auf Eis gelegt
Er kündigte an, dass am 14. November und am 21. Dezember jeweils drei Raumfahrer in einer Sojus-Kapsel vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS starten würden. Dagegen werde die Entwicklung der geplanten neuen Trägerrakete Rus-M vorerst auf Eis gelegt. Gründe dafür nannte der Roskosmos-Chef nicht.

Russland wolle in der Raumfahrt künftig mehr mit den Ländern Südostasiens, Afrikas und Lateinamerikas kooperieren, sagte Popowkin. „Im Westen wartet niemand mehr auf uns, aber unseren traditionellen Partnern in anderen Erdteilen sollten wir uns wieder mehr zuwenden.“

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