Science
18.07.2012

SETI: "Wir geben nicht auf!"

Die ehemalige Leiterin des SETI-Projekts, Jill Tarter, zog in einem Artikel in der Washington Post Bilanz über ihre Dienstzeit. Ihrer Meinung nach ist vor allem die Finanzierung das größte Problem der bekannten Suche nach außerirdischem Leben. Bereits zwei Millionen Dollar würden dem Projekt pro Jahr genügen.

Für Jill Tarter, Direktorin des amerikanischen SETI-Forschungszentrums ist eines klar: "Wir konnten zwar bisher keinen Kontakt zu übermenschlichen Wesen aufnehmen, aber ich gebe nicht auf." In einem in der Washington Post erschienenen Artikel ging sie näher auf ihre Begeisterung für das Übermenschliche und die finanziellen Probleme ein, mit denen SETI momentan zu kämpfen hat.

Keine Enttäuschung über erfolglose Suche
Ihre gesamte Karriere hat Tarter damit verbracht nach übermenschlicher Intelligenz zu suchen. Im Mai 2012 teilte die 68-Jährige mit, dass sie ihren Posten als Direktorin abtritt und in den Ruhestand geht. Obwohl die Suche von Tarter und den anderen Wissenschaftlern bisher erfolglos war, findet man keinen Funken Enttäuschung bei der Amerikanerin. "Ich bin nicht enttäuscht. Ich weiß, dass wir bisher nicht viel herausgefunden haben.Ich bin aufgeregt, wenn ich daran denke, was wir in der Zukunft entdecken werden", sagt Tarter

Sie will sich trotz Ruhestand nach wie vor um die Finanzierung des Institutes kümmern und für die Suche nach Außerirdischen einsetzen.Nach ihrem Hochschulabschluss im Jahre 1974 wurde Jill Tarter erstmals ausgewählt, ein SETI-Anfangsprojekt in Kalifornien mit ihren Programmierkenntnissen zu unterstützen. Sie selbst sagt dazu: "Ich war am Leben zur richtigen Zeit, mit den richtigen Fähigkeiten."

Krise trotz kleinen Budgets
Das SETI-Institut (Gründung November 1984) ist wohl das weltweit bekannteste Zentrum für die Suche nach Außerirdischen. Ein kleines Team von Wissenschaftlern versucht dort mit modernster Technologie Signale von Aliens zu empfangen und zu untersuchen. Die Arbeit ist groß, das Budget streng festgelegt. Es werden etwa 2 Millionen Dollar pro Jahr benötigt. Vergleicht man diesen Betrag mit den Kosten für Roboter-Missionen ins All, die meist in Milliardenhöhe anfallen, erscheint dieser bedeutungslos klein.Trotzdem befindet sich das Institut in einer finanziellen Krise.

SETI-Alien-Jäger Seth Shostak kennt die Gründe dafür: Im April 2011 war der finanzielle Druck auf die Universität von Kalifornien so groß, dass die Abteilung der Radioastronomie ihr Abkommen (Allen Telescope Array) mit dem Institut auflösen musste. Das Abkommen ermöglichte dem Institut die Radioteleskope für ihre radioastronomischen Beobachtungen zu nutzen. Das Projekt wird privat finanziert. Und diese Unterstützung ist schwer zu finden. Mittlerweile wurde durch private Spenden und der Air Force genügend Geld gesammelt, um mit der Suche fortzufahren.

Suchen, bevor man sich auf die Reise macht
Der australische Analytiker Morris erklärt dies kürzlich in einem Statement, dass in der australischen Zeitung "The Sydney Morning Herald" veröffentlich wurde: "Auf ein Raumschiff zu kommen ist schwierig. Auch wenn der Weltall-Tourismus durch Visionäre erschwinglich wird, kostet er immer noch Unsummen an Geld. Hingegen kann man sich an der größten Suche weltweit beteiligen, in dem man nur einige Dollar spendet."

Tarter ist sich bewusst, dass niemand die Frage beantworten kann, ob man eines Tages wirklich ein Signal aus einer anderen Welt bekommen wird. Die Astronomin verweist auf den letzten Satz eines im Jahre 1959 veröffentlichten Berichtes von SETI : "Die Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg ist schwer abzuschätzen, aber wenn wir nie suchen, ist die Chance auf Erfolg gleich Null."

Leben auf anderen Planeten möglich
Im Artikel machte Tarter ihren Standpunkt klar: "Was wird meine Enkelin über die Grenzen des Lebens wissen, wenn sie ihren Abschluss hat? Es ist leicht möglich, dass sie über eine zweite Lebensgeneration auf dem Mars oder innerhalb der eisbedeckten Ozeane der Monde des Jupiter und Saturn lernt. Das ist aber nur möglich, wenn wir die Forschung mit den Körpern in unserem Sonnensystems fortsetzen. Denn um intelligentes Leben zu entdecken brauchen wir SETI."

Ein erfolgreicher Ruhestand bedeutet für die Astronomin daher dafür zu sorgen, dass ihre Nachfolger, sowie alle SETI-Forscher künftig auf keiner finanziellen Achterbahn mehr fahren müssen, so wie es das erste halbe Jahrhundert war. Tarter weiß außerdem, dass es schwierig ist, ohne Garantie auf Erfolg die besten Köpfe für eine Karriere bei SETI anzuwerben. "Während viele, wie ich Feuer und Flamme von der Suche und vom möglichen Erfolg sind, ist es für andere wichtig, dass der Unterhalt für ihre Familien garantiert ist. Einige Professoren waren in der Lage SETI-Programme zu entwickeln, aber nur als sie eine bestimmte Amtszeit erreicht hatten. Das ist nicht förderlich um die Suche voranzutreiben."

Mehr zum Thema

  • SETI: Suche nach Außerirdischen vorerst beendet
  • SETI-Radioteleskop wieder betriebsbereit
  • Das Wow-Signal: Aliens!