Science 04.04.2018

SpaceX hat eine Fangmaschine für Weltraum-Müll ins All geschossen

© Bild: Surrey Space Centre

Beim Projekt RemoveDebris soll getestet werden, ob Satelliten mit einem Netz oder einer Harpune eingefangen werden können.

Am 2. April hat SpaceX eines Dragon-Raumtransporter ins All geschossen, der Ladung zur ISS bringt. Mit an Bord ist ein experimentelles System, mit dem gefährlicher Weltraum-Schrott abgefangen werden soll.

Derzeit befinden sich über 500.000 Objekte im Erdorbit, die die NASA als Weltraum-Müll klassifiziert. Dazu gehören nicht mehr funktionale Satelliten, Teile von Raumschiffen oder Booster-Stufen von Raketen. Als besonders gefährlich für die ISS, aktive Raumschiffe und Satelliten, stuft die NASA die über 20.000 Objekte ein, die einen Durchmesser von mindestens 10 cm haben. Die Teile können eine Geschwindigkeit von bis zu 28.000 km/h erreichen – ein Crash könnte verehrende Folgen haben.

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Müllsammler

Mit RemoveDebris könnte das künftig verhindert werden. Das System wurde vom Surrey Space Centre der englischen Universität Surrey entwickelt und von der Europäischen Kommission, sowie weiteren Projektpartnern, finanziert. RemoveDebris wurde zerlegt in die Dragon-Raumkapsel geladen und wird von den Astronauten an Bord der ISS zusammengebaut. Es wiegt etwa 100 Kilogramm und ist ungefähr so groß wie eine Waschmaschine.

Nach dem Zusammenbau wird RemoveDebris mit einem Roboter-Arm im japanischen ISS-Modul ins All gebracht. Dort wird das System zwei CubeSat-Satelliten freisetzen, die Weltraum-Schrott simulieren sollen. Der Erste wird mit einem Netz eingefangen. Dies soll eine relativ sichere Methode sein, da damit auch Objekte eingefangen werden können, die unregelmäßig rotieren. Der zweite Satellit dient dazu, um die optischen Erfassungssysteme zu testen.

Harpune und Segel

Für den dritten Test fährt RemoveDebris eine Zielplatte aus, die mit einer Harpune beschossen wird. Diese Methode sei zwar simpler als das Netz, allerdings müsse man laut den Forschern des Surrey Space Centre genau zielen. Ein schlecht platzierter Schuss könnte etwa einen Teil des Weltraum-Schrotts abbrechen lassen und man hätte ein gefährliches Stück Müll mehr im All.

Für den letzten Test wird RemoveDebris ein Schleppsegel entfalten. Dies verändert die Geschwindigkeit so, dass RemoveDebris schneller in die Atmosphäre eintritt. Dadurch wird er nicht selbst zu Weltraum-Schrott und verglüht schneller, was die Chance reduziert, dass Teile den Wiedereintritt überstehen und zur Erde fallen.

Sollte der Test erfolgreich sein, könnten zukünftig alle Satelliten mit so einem Schleppsegel ausgestattet werden, um sie am Ende ihrer Lebensdauer gezielt abstürzen zu lassen. Denkbar wäre auch das Schleppsegel mit dem Netz zu kombinieren. Wenn ein unkontrollierbarer Satellit vom Netz umschlossen wird, könnte sich ein Schleppsegel entfalten, um diesen abstürzen und in der Atmosphäre verglühen zu lassen.

( futurezone ) Erstellt am 04.04.2018