Science
02.04.2018

NASA will mit Tupperware Gemüse im All züchten

Die Selbstversorgung gilt als Schlüssel für lange Weltraum-Reisen wie zum Mars. Auf der ISS wird ein neues System getestet.

Wenn das SpaceX Dragon Raumschiff wie geplant am Montagabend gegen 22.30 (mitteleuropäische Zeit) zur Internationalen Raumstation ( ISS) abhebt, befindet sich auch neues Equipment an Bord, das zum Züchten von Gemüse eingesetzt werden soll. Ein neues System soll die Bewässerung und somit das Wachstum von Gemüse im All optimieren.

Tupperware optimiert Prototyp

Zu diesem Zweck arbeitete die NASA mit dem Hersteller Tupperware zusammen, der die von einem Wissenschaftler entworfenen Spezial-Behälter namens PONDS (Passive Orbital Nutrient Delivery System) produzierte. Der bekannte Hersteller von Aufbewahrungsbehältern steuerte Design, aber auch seine jahrzehntelange Expertise hinsichtlich des verwendeten Plastiks bei.

Die NASA experimentiert bereits seit 2015 mit dem Wachstum von Salat und Tomaten im Weltraum. Bisher wurde Gemüse aus Samen gezüchtet, die in Pflanzenkissen eingebettet waren. Astronauten injizierten in diese Kissen Wasser über eine Spritze, um die Samen feucht zu halten. Bisherige Erfahrungen zeigten, dass das System aufwändig und nicht ganz zuverlässig ist.

Zum einen mussten die Astronauten ständig der Bewässerung nachkommen. Zum anderen entwickelten sich die Pflanzen sehr ungleich, je nachdem, welcher Samen wann wie viel Wasser aus dem Kissen abbekam.

Gleichmäßige Verteilung

Beim nun ins All geschickten System soll die Bewässerung natürlicher über ein aus Matten bestehendes Reservoir erfolgen, der das Wasser wie in der Erde mittels Kapillarwirkung an die diversen Zylinder verteilt, in denen die Sämlinge eingesetzt sind. Dadurch sollen die Pflanzen kontinuierlich mit dem Wasser versorgt werden, das sie benötigen. Darüber hinaus ist der Betreuungsaufwand für die Astronauten geringer.