Science
15.07.2015

“Unsere Systeme sind keine Konkurrenz zur Autoindustrie”

Verkehrsinformationen, die auf der Windschutzscheibe eingeblendet werden, sind nur eine der industriellen Photonikanwendungen, die an der FH Technikum ausgelotet werden.

Die FH Technikum Wien hat es sich zum Ziel gesetzt, den Forschungsbereich Photonik stärker in Lehre und Studiengängen zu verankern. Im Projekt “Photonik - Grundlagen und industrielle Anwendungen” sollen mit Fördermitteln der Stadt Wien verschiedene Schwerpunkte an der FH gesetzt werden. “Photonik wurde auch von der EU zur Schlüsseltechnologie erklärt. Wir wollen, dass die Studenten an mehreren Instituten in Anwendungsfächern eigene Projekte entwickeln”, erklärt Projektleiter Gerd Krizek gegenüber der futurezone. Seit September 2014 wird an der Vision gearbeitet, an der FH Technikum Wien die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Studenten ermöglichen sollen, ihre Photonik-Ideen umzusetzen. Zu diesem Zweck werden für den Unterricht auch viele Grundlagenversuche entwickelt, um den Studenten möglichst breites Wissen zu vermitteln.

“Wir bieten Infrastruktur und die Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, etwa dem AIT. Auch die Universität Innsbruck ist ein Projektpartner. Ein Beispiel ist der Bereich Verkehr, bei dem es hauptsächlich um Augmented-Reality-Ansätze wie Verkehrsinformationen, die auf der Windschutzscheibe eingeblendet werden, geht. Aber auch Fußgängernavigation, oder Fahrerassistenz-Systeme sind ein Thema”, sagt Krizek. Die FH stellt den Studenten für entsprechende Projekte Datenbrillen wie Googles Glass und Vuzix oder andere Hardware für Heads-up-Displays zur Verfügung und fördert die Umsetzung eigener Ideen.

Licht messen

Bilderkennung und -Verarbeitung sind ebenfalls Bereiche, in denen es laut Krizek interessante Möglichkeiten für Studenten gibt. Daneben werden auch Projekte zu Leuchtmitteln wie LEDs angeregt, vor allem im Bereich Messtechnik. “Wir wollen den Studierenden zeigen wie man fundiert Fragen beantworten kann, etwa ‘Sind LEDs effizienter als Glühlampen?’. Dazu müssen wir erst wissen, wie so etwas erfasst werden kann”, erklärt Krizek. Dabei geht es vor allem um den Bereich Messtechnik und eine möglichst umfassende Berücksichtigung aller relevanten Parameter.

Das Themengebiet Photonik wird an der FH sehr breit ausgelegt und umfasst auch abstrakte Bereiche wie die Quantenkryptografie. “Unsere Absolventen sollen in der Lage sein, Quantenverschlüsselungssysteme zu bewerten. Ein Physikstudium können wir aber nicht ersetzen”, sagt Krizek.

FH Technikum

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Das Projekt läuft an der FH noch bis 2019. Herauskommen sollen vor allem Anwendungssysteme, die der Industrie als Basis für eigene Lösungen dienen sollen. “Unsere Augmented-Reality-Technologie für Autos soll keine Konkurrenz für die Autohersteller sein, sondern als Ausgangspunkt für deren Apps und Verbesserungen dienen”, so Krizek. Die FH selber will ihre Entwicklungen also nicht auf dem Markt anbieten, sondern vor allem ihre Studenten für künftige Laufbahnen in der Industrie vorbereiten.

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und FH Technikum Wien.