Science 07.06.2018

Weitere mysteriöse G-Objekte im Milchstraßenzentrum entdeckt

Aufnahme der Milchstraße © Bild: /©Pressebild ÖAW, Christianto/Shutterstock.com

G-Objekte sehen aus wie Gaswolken, verhalten sich aber wie Sterne. Das stellt Astronomen vor Rätsel.

Im Zentrum der Milchstraße wohnt ein Monster: Das schwarze Loch Sagittarius A* (Sgr A*) enthält vier Millionen Sonnenmassen und ist etwa 26.000 Lichtjahre von der Erde entfernt. In der Umgebung des supermassiven Zentrums unserer Galaxie haben Forscher vor zehn Jahren erstmals Objekte entdeckt, die sie nicht erklären konnten. "Wir haben keine einfache Erklärung für Objekte mit einem Kern von der Masse einer Sonne, die so kalt und rot sind wie G-Objekte", sagte Anna Ciurlo auf einem Treffen der Amerikanischen Astronomischen Gesellschaft in Denver.

Zu den zwei vor zehn Jahren entdeckten Objekten G1 und G2 haben sich durch aktuelle Arbeiten von Ciurlo und ihrem Team jetzt auch noch die Objekte G3, G4 und G5 gesellt, wie Forbes berichtet. Gefunden wurden die neuen Kandidaten durch eine Analyse von Daten des "W. M. Keck Observatoriums" auf Hawaii, die über einen Zeitraum von 12 Jahren gesammelt wurden. Was G-Objekte so rätselhaft macht, ist dass sie in den Teleskopdaten wie Gaswolken erscheinen. Stutzig wurden die Forscher, als diese vermeintlichen Wolken sich nahe an Sgr A* annäherten und dabei nicht durch starke Gezeitenkräfte auseinandergerissen wurden.

Flauschig

Die einzig sinnvolle Erklärung der Wissenschaftler ist, dass die Wolken einen Kern mit einer Masse im Bereich von Sternen haben müssen, der das Gas zusammenhält. Dass sie trotzdem kalt und dunkel sind, sorgt für Staunen. Die Forscher vermuten, dass die G-Objekte das Ergebnis von Verschmelzungen von Doppelsternen sind, die durch die Gravitation von Sgt A* ausgelöst werden. "Nach der Verschmelzung wäre das neu entstandene Objekt für eine längere Zeit, vielleicht eine Million Jahre lang, aufgebläht", sagt Mark Morris von der UCLA in einem Statement.

Die Forscher wollen jetzt beobachten, was passiert, wenn G-Objekte ihre maximale Annäherung an Sgt A* erreichen. "Wir werden ein paar Jahrzehnte warten müssen, bis das passiert. Etwa 20 Jahre für G3 und einige Jahrzehnte länger für G4 und G5", sagt Morris.

( futurezone ) Erstellt am 07.06.2018