Science
20.08.2018

Wie blinde Menschen das Universum erforschen können

Blinde können in Töne verwandelte Daten der Sterne hören, heißt es auf der Tagung der Internationalen Astronomischen Union (IAU) in Wien.

Astronomen wollen zunehmend auch Menschen mit Behinderung für ihr Fach begeistern. So könnten Blinde die in Töne verwandelten Daten der Sterne hören, sagte der Generalsekretär der Internationalen Astronomischen Union (IAU), Piero Benvenuti, am Montag in Wien. Die mit Anfang 20 erblindete Astronomin Wanda Diaz Merced habe darin ein solches Gespür entwickelt, dass ihr in den Daten verborgene Veränderungen des Sternenlichts auffielen. „Sie kann Veränderungen entdecken, die andere Menschen beim Blick auf die Daten übersehen“, so Benvenuti zum Auftakt der IAU-Generalversammlung, zu der sich 3000 Astronomen aus 89 Ländern bis zum 31. August in Wien treffen.

Das nachfolgende Video zeigt einen TED-Talk der blinden Astronomin. 

Generell erlebe die Astronomie auch dank der spektakulären Bilder vom All einen Aufschwung. „Das öffentliche Interesse wächst“, meinte Benvenuti. Obendrein sei die Bedeutung des Sternenhimmels in vielen Kulturen tief verwurzelt. So sei der Iran eines von vielen Ländern, in denen Astronomie hoch im Kurs stehe. Die IAU, die 2019 ihr 100-jähriges Bestehen feiert, ist eine Vereinigung von mehr als 10 000 Astronomie-Begeisterten. Die alle drei Jahre stattfindende Generalversammlung ist die größte Zusammenkunft professioneller Sternenforscher.