Start-ups 25.05.2018

50-Millionen-Euro: Speedinvest, RBI und Uniqa investieren in Fintechs

© Bild: stokkete/Fotolia

Speedinvest will gemeinsam mit der Uniqua und der RBI 50 Millionen Euro in europäische Finanz-Start-ups investieren.

Der österreichische Riskokapitalgeber Speedinvest hat mit Speedinvest f einen Fonds aufgelegt, mit dem in europäische Finanz-Start-ups investiert werden soll. Beim Pioneers Festival in der Wiener Hofburg wurde der Fonds für Late-Seed und Series-A-Finanzierungen am Freitag präsentiert.

Uniqa und RBI an Bord

Die Versicherung Uniqa und Raiffeisen Bank International (RBI) wollen über ihre Risikokapitalgesellschaften Uniqua Ventures und Elevator Ventures jeweils 15 Millionen Euro bereitstellen. Weitere 20 Millionen Euro sollen  von der US-Risikokapitalfirma New Enterprise Associates (NEA) sowie internationalen Fintech-Gründern und Finanzdienstleistungsexperten kommen.

Über den Fonds sollen mit jeweils ein bis vier Millionen Euro europäische Start-ups aus dem Finanz- und Versicherungsbereich finanziert werden. Geleitet wird der Fonds von Stefan Klestil und Guzel Gumerova. Klestil hat mit Speedinvest bereits in zahlreiche Finanz-Start-ups, darunter Wefox, Fraugster, Payworks und Cashpresso investiert und zählt auch zu den frühen Unterstützern des deutsch-österreichischen Fintechs N26, bei dem er auch im Advisory Board sitzt. Gumerova wird Erfahrungen aus der Kreditvergabe, Business Development und Investment Banking einbringen, heißt es in einer Aussendung der Risikokapitalfirma.

Operative Unterstützung

Neben Kapital sollen die Finanz-Start-ups auch operativ unterstützt werden. Dazu stehen Berater und Mentoren aus der Branche bereit. Sie sollen auch von den Netzwerken der Uniqa und der RBI profitieren können. Viel Fintechs würden Partnerschaften mit Finanzinstituten suchen, sagt Klestil. Exklusivität für Uniqa oder RBI werde es dabei nicht geben.

Investitionsentscheidungen sollen zwischen den Partner gemeinsam getroffen werden. Geschäfts- und Kooperationsmöglichkeiten für die eigenen Häuser würden bei den Investitionen nicht im Vordergrund stehen, sagt Andreas Nemeth von Uniqa Ventures. Die Finanzdienstleistungsindustrie verändere sich als ganzes, sagt Hannes Cizek von der RBI: "Wir sehen das Fintech und Insurtech stark zusammenwachsen."

"Standort stärken"

Das operative Geschäft will Speedinvest f über den Sommer aufnehmen Bis dahin soll der rechtliche Rahmen stehen. Man habe bereits viele Start-ups in der Pipline, darunter auch österreichische Unternehmen, sagt Klestil. Mit Speedinvest f wolle man auch den Standort stärken und sicherstellen, dass Gründer nicht nach Berlin, München oder London gehen müssten.

Die Fintech-Revolution in Europa trete in die nächste Phase,  jetzt gehe es darum, Start-ups  dabei zu helfen, den gesamten europäischen Raum zu erobern. In Österreich werde seit Jahren lamentiert, dass es kaum Wachstumskapital für Start-ups gebe, die international wachsen wollen, sagt Klestil: "Gemeinsam korrigieren wir das jetzt."

 

( futurezone ) Erstellt am 25.05.2018