ARCHIV - Die Rotoren von Windenergieanlagen drehen sich am 4. Juni 2006 auf einem Feld bei Alzey, Rheinland-Pfalz, im Wind. Nach der Panne im Atomkraftwerk Kruemmel steigt nach Medienberichten von Dienstag, 14. Juli 2009, das Interesse an Oekostrom (AP Photo/Michael Probst) ** zu unserem Korr ** ---FILE - Modern windmills are seen on a field near Alzey, southern Germany, on a cold and windy Sunday, June 4, 2006. (AP Photo/Michael Probst)

© AP/Michael Probst

Start-ups
03/31/2015

eologix: Intelligente Windkraftsensoren erkennen Vereisung

Ein Grazer Start-up hat intelligente Sensoren zur Oberflächen-Überwachung entwickelt. Das System erkennt Temperaturen und Eis.

Windkraftanlagen sind ständigen Umwelteinflüssen ausgesetzt, im Winter kann es zur Vereisung der Rotorblätter kommen, wodurch die Energieleistung sinkt. Hier will das Grazer Start-up eologix nun Abhilfe schaffen. Das dreiköpfige Gründerteam Michael Moser, Thomas Schlegl und Hubert Zangl arbeitete an der TU Graz mehrere Jahre zusammen und entwickelte schließlich ein drahtloses System aus Sensoren zur Detektion von Eis sowie zur Temperaturmessung auf Rotorblättern von Windenergieanlagen.

Die frühzeitige Erkennung von angelagertem Eis soll dazu beitragen, die mechanische Belastung der Anlage gering zu halten. Weiters soll es möglich sein, Einrichtungen zur Eisentfernung über die Sensoren punktgenau zu steuern und auch rechtzeitig vor Sicherheitsrisiken zu warnen.

“Unsere drahtlosen Sensoren sind dünne, kabellose, flexible Einheiten, die direkt an der Oberfläche des Rotorblatts von Windkraftanlagen (aber nicht nur dort) mittels Klebung befestigt werden”, erklärt Michael Moser, Mitbegründer des Start-ups, gegenüber der futurezone. Von dort könnten verschiedene Messdaten per Funk zu einem Empfänger übertragen werden, der in die Steuerung der Windkraftanlage eingebunden werden kann.

Auch andere Anwendungsgebiete

“Wir konzentrieren uns derzeit auf die Windkraftbranche. Mittelfristig planen wir aber weitere Anwendungsgebiete wie beispielsweise die Luftfahrt oder andere Bereiche in der Infrastruktur”, so Moser weiter. Denkbar wäre etwa die Ausstattung von Industrierobotern mit den intelligenten Sensoren, um so einen Kolisionsschutz zu bieten, wenn Menschen und Roboter zusammen arbeiten. Auch den Einsatz bei Spielfeldbegrenzungen in verschiedenen Sportarten, um Regelverletzungen zu erkennen, kann man sich bei eologix vorstellen.

Testbetrieb

Die Sensoren des Grazer Start-ups, das auch Förderungen der aws erhielt, kamen im vergangenen Winter bereits auf mehreren Anlagen weltweit im Testbetrieb zum Einsatz. “Dabei arbeiten wir sowohl mit Anlagenherstellern als auch mit deren Kunden, also den Betreibern bzw. Eigentümern von Windkraftanlagen, zusammen”, sagt Moser.

Gegründet wurde eologix erst im August 2014. 2015 will man sich auf die Produktion und den Verkauf von Sensorsystemen, die bereits im Echtbetrieb verwendet werden, konzentrieren. Zudem sollen Kooperationen mit OEMs (Erstausrüstern) und Betreibern ausgebaut werden.