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Frauen und Technik Gründerinnen wollen Start-up-Förderung ab der Schule.

Schon Schülerinnen sollen die Möglichkeiten des Unternehmerinnentums nähergebracht werden
Schon Schülerinnen sollen die Möglichkeiten des Unternehmerinnentums nähergebracht werden - Foto: ap
Frauen sind in der Start-up-Landschaft immer noch unterrepräsentiert. Das Netzwerk Female Founders fordert Förderung von Unternehmerinnentum ab der Schule.

Laut dem European Startup Monitor 2015 liegt der Frauenanteil in der österreichischen Start-up-Szene bei lediglich rund zehn Prozent. Aus diesem Grund wurde eine Studie in Auftrag gegeben, um die österreichische Gründerinnenszene zu beleuchten. Für den "Austrian University Female Founders Report" wurden 200 Frauen befragt, die entweder bereits ein Start-up gegründet haben oder eine Gründung planen.

Alleine statt im Team

Laut dem Bericht sind Gründerinnen in Österreich meist den Bereichen Kunst (19 Prozent der Befragten), Medien- und Kreativwirtschaft (18 Prozent), Consulting (17 Prozent) sowie Marketing und PR (13 Prozent) tätig. Ein eigenes Unternehmen wollen sie meist aufgrund von Selbstverwirklichung und der Möglichkeit, die eigene Chefin zu sein, gründen. Die Aussicht auf ein hohes Einkommen motiviert keine einzige Gründerin und nur zwei Prozent der angehenden Gründerinnen.

Obwohl mehr als die Hälfte der angehenden Gründerinnen (59 Prozent) ein Team rund um sich versammeln wollen, am liebsten mit Freundinnen und Freunden (53 Prozent), enden die meisten als Ein-Personen-Unternehmen. 72 Prozent der Gründerinnen arbeiten allein.

Geschlechterunterschiede

Im Rückblick auf die Zeit der Start-up-Gründung hätten sich 29 Prozent der Gründerinnen mehr Know-How und Unterstützung in betriebswirtschaftlichen und rechtlichen Belangen gewünscht. 16 Prozent hätten sich mehr Mut und Zuversicht gewünscht, 12 Prozent mehr Verhandlungssicherheit und Selbstvertrauen.

56 Prozent der Gründerinnen berichten, dass sie Männer als selbstbewusster, entschlussfreudiger und risikobereiter wahrnehmen. Die hauptsächlichen Ursachen für die männliche Dominanz im Start-up-Bereich sehen 65 Prozent der Gründerinnen in Gesellschaft und Kultur. 39 Prozent aller befragten Teilnehmerinnen sehen einen Verbesserungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Mehr Vernetzung

71 Prozent der Unternehmerinnen wünschen sich mehr Unterstützung durch ihre Ausbildungsstätten. 54 Prozent der Befragten machten auch Vorschläge dazu. Ganz oben auf der Wunschliste: Mehr Informationen zu Unternehmensgründung, mehr praxisnahe Inhalte und stärkere Vernetzung.

Letzteren Punkt hat sich das Netzwerk Female Founders zum Ziel gesetzt. Female Founders zählt gemeinsam mit dem Wissenstransferzentrum Ost, der Wirtschaftsuniversität Wien, der Universität Wien und der Universität für angewandte Kunst zu den Initiatoren des Austrian University Female Founders Report.

Call to Action

Aufgrund der Ergebnisse des Berichts wurde ein Visionspapier ("Call to Action") verfasst. In diesem wird unter anderem auf die Notwendigkeit einer frühen Bewusstseinsbildung für Unternehmerinnentum hingewiesen. Bereits Schüler sollen von unterschiedlichsten Karriereoptionen für Frauen erfahren und mit Rollenmodellen in Kontakt gebracht werden. Hochschulen sollten ihre Rolle als Brutstätte für innovative Unternehmen stärker wahrnehmen.

Einen "Call to Action" erhalten auch Unternehmerinnen, die stärker als Mentorinnen und "Business Angelinas" für Start-ups auftreten sollen. Die Politik sehen die Studieninitiatorinnen im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie gefordert. Der Staat solle für flexible Betreuung von Kindern, Beratungseinrichtungen für Unternehmerinnen oder neue Fördermodelle sorgen. Außerdem soll es einfacher werden, GesellschafterInnen und MitarbeiterInnen an Unternehmen zu beteiligen.

(futurezone) Erstellt am 13.12.2016, 06:00

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