Start-ups
12.05.2015

Intelligentes Türschloss aus Graz schafft Kickstarter-Ziel

Noki ist mit nahezu jeder Türe kompatibel, statt Schlüssel öffnet das Smartphone © Bild: Noki

Nur einen einzigen Tag hat das intelligente Türschloss "Noki" gebraucht, um das von den Entwicklern gesetzte Ziel von 125.000 Euro bei Kickstarter zu erreichen.

Die Initiatoren von Up to Eleven hatten eigentlich 45 Tage anberaumt, um mit ihrer Kickstarter-Kampagne 125.000 Euro für ihr intelligentes Türverriegelungssystem einzusammeln. Schon nach einem Tag (Stand 19:30) haben über 800 Unterstützer mehr als 137.000 Euro zusammengetragen. Das Interesse an Noki (sprich "No Key") ist anscheinend groß. „In den letzten Monaten haben sich mehr als 20.000 Interessierte auf unserer Homepage registriert und auch bei öffentlichen Auftritten wie auf verschiedenen nationalen und internationalen Start-Up-Wettbewerben haben wir ausgesprochen positive Resonanzen und absolute Spitzenbewertungen erhalten", sagt Martin Pansy, Gründer und Geschäftsführer von Noki.

Die smarten Türschlösser heißen ab sofort Nuki © Bild: Noki
Noki ist ein Türschloss, das sich bequem an den meisten modernen europäischen Schließzylindern nachrüsten lässt. Das vorhandene Schloss muss dabei nicht ausgetauscht werden. Noki wird einfach an der Innenseite der Haustüre auf den vorhandenen Zylinder aufgesetzt und mit drei Schrauben befestigt. Ein Schlüssel muss dabei allerdings geopfert werden: Er verbleibt auf der Türinnenseite im Schloss und ermöglicht Noki das Auf- und Zusperren. Per Bluetooth oder - mit einem Zusatzmodul - per WiFi kann Noki dann mit dem Smartphone per App bedient werden. In maximal drei Sekunden soll das Schloss mit Noki entriegelt sein. Das Aufsperren mit dem Schlüssel funktioniert auch nach der Installation von Noki weiterhin.

Zugangsrechte können mobil vergeben werden, das Merken von Zahlencodes entfällt. Noki lässt sich mit Android-Smartphones und iPhones bedienen. Verloren gegangene Smartphones können jederzeit deaktiviert werden. Dank der Funktion „Automatisch Öffnen“ erkennt das System, wann man nach Hause kommt und es öffnet automatisch die Haustür. Das Smartphone kann dabei eingesteckt bleiben. Nach Verlassen der Wohnung wird die Tür wieder automatisch abgeschlossen. Bei einem Umzug lässt sich Noki einfach abnehmen, ohne Spuren zu hinterlassen.

Noki baut auf ein symmetrisches Verschlüsselungsverfahren mit 256 Bit langen Schlüsseln, wie es im Zahlungsverkehr von Banken eingesetzt wird. Die Schlüsselpaare werden einmalig sowohl in der App als auch am Noki generiert und gespeichert, ohne dabei jemals über Bluetooth oder das Internet übertragen zu werden. Kickstarter-Unterstützer bekommen ein Noki um 139 Euro, das Kombinationspaket aus Noki und zusätzlichem WLAN-Modul kostet 199 Euro. Im Handel soll das Schloss für 149 Euro erhältlich sein, mit WLAN-Modul schlägt es mit 229 Euro zu Buche. Die ersten Geräte sollen noch in diesem Jahr ausgeliefert werden.