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Österreich "Licht und Schatten": Was die Regierung für Start-ups bringt.

"Es wird auf die Umsetzung ankommen", sagt Austrian-Start-ups-Geschäftsführer Markus Raunig
"Es wird auf die Umsetzung ankommen", sagt Austrian-Start-ups-Geschäftsführer Markus Raunig - Foto: Getty Images/iStockphoto/Rawpixel/IStockphoto.com
Wenig Konkretes, viele Schlagwörter. Die neue Regierung bemüht sich zwar um Start-ups, in manchen Bereichen fehle aber der Mut, so ein Vertreter der heimischen Szene.

Der Ausbau alternativer Finanzierungsmethoden, steuerliche Erleichterungen bei privaten Investitionen, die Förderung der Kooperation von Start-ups und Industrie sowie regulatorische Sandkästen für neue Technologien sind zentrale Punkte, mit der die neue Regierung Start-ups fördern will. Vieles, was in dem Regierungsprogramm zu Start-ups steht, ist allgemein gehalten. Konkretes findet sich kaum. "Umso mehr wird es auf die Umsetzung ankommen", sagt Markus Raunig, Geschäftsführer der Initiative Austrian Start-ups, die junge innovative Unternehmen vertritt.

Markus Raunig
Austrian Startups-Geschäftsführer Markus Raunig - Foto: Austrian Start-ups
In den Regierungsplänen zu Start-ups sieht er "sowohl Licht, als auch Schatten." Als positiv bezeichnet Raunig unter anderem geplante Senkungen der Lohnnebenkosten, Bürokratieabbau, darunter das Ende der Publikationspflicht in der Wiener Zeitung, sowie Reformen bei der Gewerbeordnung.

Regulatorische Sandkästen

Auch die Einführung regulatorischer Sandkästen, die innovativen Unternehmen mit neuen Technologien einen geschützten Entwicklungsrahmen bieten sollen, sowie die Öffnung des Risikokapitalmarkts für Pensionskassen und Versicherungen begrüßt Raunig. Er findet im Regierungsprogramm viele Punkte umgesetzt, die von Austrian Start-ups seit längerem gefordert werden. Darunter auch mehr Planungssicherheit für Förderagenturen und eine Öffnung für soziales Unternehmertum.

Gänzlich vermisst Raunig eine neue Rechtsform für Start-ups, mit der jungen Unternehmen die Gründung und auch die Beteiligung der Mitarbeiter vereinfacht werden könnte. "Im Regierungsprogramm ist zwar von einer digitalen Unternehmensgründung gemeinsam mit einem Notar die Rede", kritisiert Raunig: "Das klingt eher nach einer symbolischen Maßnahme."

"Wenig Mut" bei der Bildung

"Im Bildungsbereich hätten wir uns mehr Mut gewünscht", sagt Raunig. Zwar habe das Programmieren in der Volksschule und die Förderung digitaler Kompetenzen Eingang in das Regierungsprogramm gefunden, es brauche aber weitreichendere Reformen, um der bevorstehenden Transformation am Arbeitsmarkt gerecht zu werden. Raunig fordert etwa unternehmerisches Denken ganzheitlich im Bildungssystem zu verankern und selbstbestimmtes Lernen und eine Fehlerkultur in den Schulen stärker zu fördern.

Skeptisch ist Raunig auch angesichts der geplanten Ausweitung der Überwachungsmaßnahmen durch die schwarz-blaue Regierung. Österreich habe, was den Datenschutz betreffe, momentan einen sehr guten Ruf, sagt der Austrian-Start-ups-Geschäftsführer:  "Wenn man jetzt in eine andere Richtung geht, könnte das auch den Standort gefährden."

(futurezone) Erstellt am 18.12.2017, 14:22

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