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Mobilität Start-up entwickelt aufblasbaren Kindersitz für Carsharing.

Nachfolger HY5: Faltbarer Kindersitz aus Wien
Nachfolger HY5: Faltbarer Kindersitz aus Wien - Foto: /Nachfolger, Atumkid
Mit dem "Nachfolger HY5" sollte Carsharing auch für Eltern kein Problem darstellen. Das Wiener Start-up Atumkid setzt mit seinem Kindersitz auf neue urbane Mobilitätsformen.

Er wiegt etwas mehr als 4,5 Kilogramm, kann gefaltet werden und lässt sich in einer Tasche transportieren. Mit dem Kindersitz "Nachfolger HY5" zielt das Wiener Unternehmen Atumkid auf neue Formen der urbanen Mobilität ab.  Man brauche in der Stadt heute nicht unbedingt ein eigenes Auto, sagt Atumkid-Mitgründer Rainald Keller. Mit dem Sitz habe man die Möglichkeit, Carsharing-Dienste auch mit Kleinkindern zu nutzen: "Man kann ihn einfach mitnehmen."

Falt- und aufpumpbar

Leicht zu transportieren ist der Sitz deshalb, weil er faltbar ist und vor seinem Gebrauch aufgepumpt werden muss. Dazu wird eine elektrische Pumpe mitgeliefert, die ihn automatisch mit dem richtigen Druck befüllt. Danach brauche man das Kind nur noch anzuschnallen, erzählt Keller. "Der Sitz hat weder Hebel noch Knöpfe."

Nachfolger HY5 Kindersitz
Der Sitz kann in einer Tasche transportiert werden - Foto: Nachfolger, Atumkid
Geeignet ist der HY5 (ausgesprochen: High Five) für Kinder von null bis fünf Jahren. Gebaut ist er nach dem Reboarder-System. Das bedeutet das Kind sitzt entgegen der Fahrtrichtung. "Das bringt höhere Sicherheit", sagt Keller. Bei einem Frontalaufprall verhindere es etwa schwere Schäden, weil der Kopf des Kindes in den Sitz hineingedrückt wird anstatt nach vorne gerissen zu werden.

Erfahrenes Team

Die Atumkid-Gründer sind selbst Eltern und verfügen über langjährige Erfahrungen im Kindersicherheits- und Automobiltextil-Geschäft. Keller hat mehrere Jahre als Textilfachmann in der Automobilbranche gearbeitet. Sein Mitgründer Gerd Mitter hat 15 Jahre lang Kindersitze gebaut und Jörn Clausen, der beim Kindersitz-Hersteller cybex tätig war, bringt Marketingerfahrung mit. "Er kennt das Vertriebsnetzwerk sehr gut", sagt Keller.

Start im September

Auf den Markt kommen soll der HY5 zunächst Ende September in Asien, ab Dezember soll er auch in Deutschland und Österreich erhältlich sein. "Wir streben einen Preis von rund 350 Euro an", sagt Keller, dazu will man auch Zubehör, etwa Getränkehalter und Sonnendach, anbieten. Derzeit durchläuft der Kindersitz Zulassungsverfahren in Europa und Asien. Orientiert hat sich das Start-up bei der Sicherheit des Sitzes an den Testkriterien des deutschen Automobilclubs ADAC und der Stiftung Warentest: "Darauf achten die Leute, wenn sie Kindersitze auswählen. Für uns ist es auch ein Marketinginstrument", sagt Keller.

Jörn Clausen, Gerd Mitter und Rainald Keller von A…
Atumkid-Gründer: Jörn Clausen, Gerd Mitter und Rainald Keller (v.l.n.r.) - Foto: /Nachfolger, Atumkid
Produziert wird der Kindersitz in Asien. In China will das Start-up demnächst auch eine eigene Niederlassung gründen. "Für die Zulassung und den Verkauf brauchen wir das", sagt Keller. In asiatischen Ländern sieht das Start-up nicht zuletzt auch wegen der hohen Anzahl an Großstädten großes Potenzial für seinen Kindersitz. "Wir schreiben uns die Megacities auf die Fahnen."

Weitere Produkte angedacht

Für den HY5 peilt man den Verkauf von 20.000 Stück weltweit an. Die Stückzahlen könnten steigen. Das Start-up arbeitet zudem bereits an einem weiteren Kindersitz. "Wir wollen uns auch um ältere Kinder kümmern. Sitzerhöhungen, die bei vielen Kindern ab sechs Jahren zum Einsatz kommen, sind nicht besonders sicher. Wir wollen das weiterentwickeln", sagt der Gründer. Vorstellbar seien auch weitere Produkte, die Eltern bei der Fortbewegung in Städten unterstützen.

Investor an Bord

Die Idee zu dem Kindersitz kam Keller vor zwei Jahren. "Die Branche war sehr eingefahren, ich hab mir gedacht, da kann man was Neues machen." Gemeinsam mit seinen Mitgründern baute Keller in wenigen Monaten einen Prototypen. Nach ersten Crashtests sei klar gewesen, dass aus dem Sitz etwas werden könne, erzählt Keller. Finanziert wurde die Entwicklung aus der eigenen Tasche und mit einer Preseed-Förderung der Förderbank austria wirtschaftsservice (aws). Seit Juni sei auch ein Investor mit an Bord, erzählt Keller: "Er ermöglicht uns den Aufbau des Unternehmens. Wir sind froh, dass wir keine kleinen Brötchen backen müssen."

 

Dieser Artikel entstand im Rahmen einer Kooperation zwischen futurezone und aws (austria wirtschaftsservice).

(futurezone) Erstellt am 28.07.2017, 06:00

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