Thema | Start-ups 15.05.2015

Start-up will den Verkauf von Neuwagen revolutionieren

Mit der nachfragegesteuerten Online-Plattform crowd-o-moto wollen zwei Wiener Unternehmer frischen Wind in den Autohandel bringen.

Die Start-up-Unternehmer Dejan Stojanovic und Karl-Michael Molzer treten mit einem hochgesteckten Ziel an. Sie wollen nichts Geringeres als den Online-Verkauf von Neuwagen auf eine neue Ebene heben. Mit crowd-o-moto bieten die beiden Wiener eine Internet-Plattform, die potenzielle Kunden mit den Kfz-Händlern mit den besten Angeboten zusammenbringt.

„Wir wollen keine reißerischen Preisschlachten befeuern. In erster Linie möchten wir den Kunden eine schnelle Marktübersicht und den Autohäusern einen Online-Vertriebskanal bieten“, sagt Karl-Michael Molzer, Geschäftsführer von crowd-o-moto im Gespräch mit der futurezone.

Funktionsweise

Jemand will einen Neuwagen kaufen und registriert sich auf crowdomoto.com. Mit Marke, Modell und Motorisierung gibt er dort seine Wunschkriterien an. Dadurch kommt der Interessent in einen Pool potenzieller Kunden, die alle dasselbe Neuwagenmodell erwerben wollen. Diese Gruppen dienen den Kfz-Händlern, um zu sehen, wie hoch die Nachfrage nach einem bestimmten Fahrzeug ist. Je nach Andrang können sie dann spezielle Rabatte gewähren.

Auf der Plattform ist ersichtlich, welche Angebote und Zusatzleistungen die verschiedenen Händler bieten. Wird ein bestimmtes Angebot von einem Interessenten angenommen, bekommt er einen Voucher, der ihm die entsprechenden Konditionen sichert. Mit dem Coupon kann er dann auf den Händler zugehen.

Fair Play

„Da die Kunden auf crowd-o-moto die Autohäuser und ihre Services auch bewerten können, funktioniert es für die Händler nur, wenn sie fair spielen“, sagt Molzer. Außerdem erspare man sich auf diese Weise das lästige Feilschen mit den Verkaufsmitarbeitern, da die Angebote transparent und nachvollziehbar aufgelistet werden. Kommt ein Kauf zustande, erhält crowd-o-moto eine Vermittlungsprovision. Derzeit kooperiert die Online-Plattform mit zehn Autohändlern, die 20 Automarken mit insgesamt mehr als 3800 verschiedenen Angeboten anpreisen.

Ein Partner ist etwa das Wiener Autohaus Beyschlag. „Wir gehen offen an die Sache heran. Da aber die Plattform noch so jung ist, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen wohin die Reise geht“, sagt Michael Klima, Markenleiter bei der Firma Beyschlag. Der Autohändler Wiesenthal bezeichnet die Kooperation mit crowd-o-moto als sinnvollen zusätzlichen Online-Vertriebskanal: „Als Händler profitieren wir von neuen Kunden und können auch stärker neue Zielgruppen erreichen.“

Konkurrenz

Eine ähnliche Plattform zum Kauf von Neuwagen bietet etwa autogott.at. Der größte Unterschied zwischen den beiden Diensten liegt darin, dass Interessierte bei Autogott aktiv ein Angebot anfordern müssen.

„Für uns Händler bietet das den Vorteil, dass wir unsere Kunden direkt ein maßgeschneidertes Angebot legen können“, heißt es von einem weiteren Kooperationspartner gegenüber der futurezone. Bei crowd-o-moto hingegen müssen die Händler von vornherein ein Angebote legen. Erst wenn ein Interessent auf ein konkretes Angebot reagiert, können die Autohäuser direkt mit den Kunden kommunizieren. Der transparente und umfangreiche Überblick über Modelle und Preise bietet also eher für potenzielle Kunden einen Vorteil.

Pläne

„Crowd-o-moto ist erst vor kurzem gestartet. In den kommenden Wochen wollen wir so richtig an die Öffentlichkeit gehen“, erklärt Molzer. Das erste Ziel sei, in Österreich Fuß zu fassen. Danach schiele man auf Deutschland und die Schweiz. „Kommendes Jahr werden wir für drei Monate im kalifornischen Technik-Mekka Silicon Valley sein. Da wollen wir uns natürlich Tipps holen und versuchen unsere Plattform zu bewerben.“

( futurezone ) Erstellt am 15.05.2015