Start-ups
18.03.2015

Vroggles: COBRA testet Virtual-Reality-Brille fürs Handy

Das deutsche Start-up World of VR hat eine billige und einfach zusammenbaubare Virtual-Reality-Brille entwickelt, die in Österreich von der COBRA getestet wurde.

Sie besteht aus einem Pappdeckel und einer Acryllinse mit 25 mm Brennweite: Vroggles, eine Virtual Reality-Brille für das kleine Budget. Abgespielt werden können damit kurze 3D-Filme, angesehen werden können 360 Grad-Aufnahmen, die direkt vom Smartphone abgespielt werden können. Als Beispiele fungieren etwa Innen- und Außenaufnahmen vom Louvre in Paris, Bilder aus London oder Tokyo sowie eine rasante Fahrt mit einem Rollercoaster. Abgerufen werden können damit sämtliche Virtual Reality-Inhalte, die fürs Smartphones verfügbar sind.

Auch ein kurzer Film aus einem syrischen Flüchtlingsheim nahe der türkischen Grenze zählen zu den Demos, die man sich auf der Fachmesse CeBIT ansehen kann. „Die Idee hinter der Flüchtlingsheim-Aufnahmen war, dass man erfahrt, wie Flüchtlinge wirklich leben und wie es ihnen geht. Man kann den Menschen vieles erzählen, aber wenn sie es wirklich in 3D sehen, ist das etwas ganz Anderes“, erklärt Gerhard Raddatz, Sales-Manager von Vroggles, der in Österreich als Philosophie-Professor unterrichtet hat und zuvor jahrelang beim Auswärtigen Amt in Deutschland tätig war.

COBRA trainiert damit

„Die Virtual Reality-Brille ist aber auch für Sicherheitskräfte interessant. In Österreich wird damit etwa von der COBRA eine Trainingssituation im virtuellen Raum simuliert. Einerseits wird damit ausprobiert, wie man reagiert, wenn man es mit Gesetzesbrechern zu tun bekommt, andererseits wird die Erfassung von gerichtsrelevanten Daten erprobt“, erklärt Raddatz.

Das Landeskriminalamt Thüringen etwa setzt die Brille bereits dafür ein, 3D-Aufnahmen von Tatorten anzufertigen, um sich später mittels Virtual Reality-Aufnahmen an den Tatort zu erinnern, wie Raddatz erzählt.

Neu gegründet

Raddatz hilft dem jungen Unternehmen, das erst vor zwei Wochen von Timon Vielhaber in Bonn, Deutschland, gegründet worden ist, bei der Vermarktung des Produkts. Die Idee von Vroggles gibt es bereits seit längerem, doch man habe zuerst den Markt beobachtet, bevor man sich wirklich drüber getraut hat, an den Start zu gehen, heißt es.

In der 3D-Aufnahme der Flüchtlingsfamilie sieht man etwa einen Mann, der mit seinem Sohn vor einer leeren Wasserschüssel am Fußboden in einem kahlen Zimmer spielt, oder etwa eine Schar an Kindern, die auf der Straße entlang gehen und interessiert in die Kamera blicken.

Business und Privatkunden

Doch die Brille fürs Smartphone ist natürlich auch für andere Anwendungsfälle konzipiert. So könnten etwa Hochzeitsgesellschaften ihre Hochzeitsgäste als Erinnerung an das Ereignis mit den Virtual Reality-Brillen und den dazugehörigen Inhalten ausstatten, oder aber Business-Kunden wie Restaurants könnten ihre Kunden mit den Brillen eine Erinnerung an die Speisen oder besondere Ereignisse im Lokal liefern.

Diese „Business“-Version gibt es für Unternehmen gebrandet mit Firmenlogo und Firmenfarbe, auf Wunsch im Bundle mit einer individuellen Virtual Reality-App. Hier arbeitet das Unternehmen mit Kooperationspartnern zusammen, selbst stellt Vroggles keine Apps her.

Ab April 2015 ist „myVRoggles“ zudem für Endanwender in Wunschfarbe individualisiert verfügbar. Die Basis-Version ist dann ab 15 Euro als DIY-Bausatz erhältlich. Die Brille aus Pappkarton und Acryllinse lässt sich denkbar einfach zusammenbauen, wie die futurezone auf der CeBIT ausprobieren konnte. Wer nach einem einfachen Weg sucht, Virtual Reality zu erkunden und sich von der Ausstattung des Produkts nicht zu viel erwartet, ist mit Vroggles sicherlich weitergeholfen.

Disclaimer: Redakteure der futurezone berichteten live von der CeBIT in Hannover. Die Reisekosten wurden von der futurezone GmbH selbst sowie von T-Systems übernommen.